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Niedersachsen & Bremen Landkreise fordern bessere Vorbereitung auf künftige Krisen

(Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild)

Das Land Niedersachsen soll künftig besser auf Krisen und Katastrophen vorbereitet sein. Die niedersächsischen Landkreise machen konkrete Vorschläge, wie das gelingen könnte. Die Corona-Pandemie hat sie einiges gelehrt.

Hannover (dpa/lni) - Der niedersächsische Landkreistag hat zur Vorbereitung auf künftige Krisen unter anderem ein landesweites Zentrallager für den Katastrophenschutz gefordert. Die Erfahrungen in der Corona-Pandemie hätten gezeigt, dass gerade zu Beginn einer Krise ausreichend Schutzmaterial von entscheidender Bedeutung sei. In einem solchen Lager könnten beispielsweise die in der Pandemie beschafften Masken, aber auch Feldbetten, Heizungen und Sandsäcke aufbewahrt und im Krisenfall transparent an die Katastrophenschutzbehörden in den Landkreisen vergeben werden, sagte Hubert Meyer, Hauptgeschäftsführer des Landkreistags am Freitag in Hannover.

Niedersachsen müsse eine solche Zentrallagerung dringend im niedersächsischen Katastrophenschutzgesetz festschreiben. "Corona ist noch nicht vorbei: Wir müssen den Sommer 2021 sehr viel intensiver als den Sommer 2020 für eine Stärkung des Gesundheits- und Katastrophenschutzes zur Vorbereitung einer vierten Welle nutzen", sagte Meyer. Der niedersächsische Landkreistag ist ein Zusammenschluss der 36 Landkreise und der Region Hannover. Er vertritt die Belange seiner Mitglieder gegenüber dem Landtag und der Landesregierung.

Neben dem Zentrallager forderte der Landkreistag in einem Zwölf-Punkte-Plan auch Klarheit über die Zukunft der Impfzentren. "Falls diese geschlossen werden sollen, muss ein intelligenter Rückbau mit einem Stufenkonzept erfolgen, damit Material und Know-how nicht verloren gehen", sagte Meyer. Wenigstens ein Teil der Impfzentren sollte bei Bedarf umgehend wieder reaktiviert werden können. Von Seiten des Bundes ist eine Finanzierung der Impfzentren derzeit bis Ende September zugesagt.

Eine bessere Gesamtplanung fordern die Landkreise auch bei der Aktivierung von Notfall-Krankenhäusern. Bei einem sich schnell zuspitzenden Pandemie- oder Katastrophengeschehen müssten die Krankenhauskapazitäten landesweit schnell erhöht werden können. Dazu sei ein landesweites Konzept notwendig, das auch die Aktivierung von Notfall-Personal beinhaltet. Der Aufbau des Behelfskrankenhauses auf dem Messegelände in Hannover habe gezeigt wie zeitintensiv solche Planungen sind.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) begrüßte die Vorschläge. "Jede Krise bedarf der zeitnahen Evaluation und bietet so die Chance zur Weiterentwicklung von Regelungen, Kapazitäten und Fähigkeiten, die der Bewältigung oder der Verhinderung einer künftigen Schadenslage dienen", sagte Pistorius am Freitag. Land und Kommunen arbeiteten eng mit den Akteuren des Katastrophenschutzes zusammen.

In der Krise hält der niedersächsische Landesbeirat für Katastrophenschutz auch aktuell noch regelmäßig Krisensitzungen ab. Die von den Landkreisen zwölf vorgeschlagenen Punkte sind das Ergebnis einer Abfrage bei den Landkreisen und der Region Hannover, die unter anderem die Gesundheitsämter, die Katastrophenschutzbehörden und die meisten der Impfzentren verantworten.

© dpa-infocom, dpa:210617-99-37236/5

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