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Niedersachsen & Bremen Lies will intensiver auf Kohlekraft setzen

Olaf Lies (SPD), Umweltminister in Niedersachsen.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Arc)

Hannover (dpa/lni) - Angesichts möglicher Lieferstopps bei Kohle und Gas seitens Russland setzt der niedersächsische Energieminister Olaf Lies auf die Kohlekraft. "Wir werden weiter und intensiver als bisher auf die Kohle setzen müssen", sagte der SPD-Politiker am Donnerstag nach einer Arbeitsgruppensitzung von Landesregierung, Wirtschaft, Energieunternehmen und Gewerkschaften. Die noch vorhandenen Braunkohlekraftwerke seien in dieser Situation wertvolle Ressourcen.

Einer Laufzeitverlängerung der noch verbliebenen Kernkraftwerke erteilte Lies eine Absage. Ihr Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland sei zu gering, als dass sie Ausfälle beim Gas ausgleichen könnten. Für den Betrieb der Kohlekraftwerke müsse auf dem Weltmarkt eingekauft und die Kohlelager ausgebaut werden. Dazu müsse der Bund die Unternehmen bei ihrer Liquidität unterstützen. Eine Schiffsladung Kohle aus Südafrika koste 35 Millionen Euro.

Gleichzeitig müsse der Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigt werden. "Wer heute über Freiheit und Frieden diskutiert, der diskutiert eben auch über die Frage der Unabhängigkeit. Dafür sind die erneuerbaren Energien der entscheidende Faktor", sagte Lies.

Bei der Nutzung der europäischen LNG-Kapazitäten sei ein gemeinsames europäisches Vorgehen nötig, sagte der Minister. Er sprach sich erneut dafür aus, die Aufnahme der Gasförderung vor Borkum wieder zu prüfen. Man könne den Niederländern nicht sagen, dass man Gas von ihnen kaufen wolle und sie gleichzeitig nicht fördern lassen, sagte Lies. Die Förderung müsse aber umweltverträglich erfolgen und es dürfe keine Sicherheitsrisiken geben für die Insel Borkum.

Quelle: dpa

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