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Niedersachsen & Bremen Medizin-Studium in Oldenburg: Abgeordnete fordern Klarheit

Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) beim Landesparteitag der Grünen Niedersachsen. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Archiv

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Oldenburg (dpa/lni) - Abgeordnete aus dem Landtag und dem Bundestag haben am Donnerstag ihre Unterstützung für den Ausbau des Medizin-Studiengangs in Oldenburg demonstriert. "Die Regierungskoalition in Hannover steht in der Pflicht, die European Medical School als öffentliche Hochschul-Einrichtung mit den nötigen Finanzen auszustatten", hieß es in einem gemeinsamen Papier mehrerer Politiker von SPD und CDU aus der Region. Nach Angaben der Stadt wurde in den Haushaltsberatungen ein Antrag über 80 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt des Forschungsgebäudes abgelehnt. Auch im Nachtragshaushalt fehle ein solcher Ansatz.

"Wenn wir angesichts der demografischen Entwicklung und des drohenden Landarztmangels nicht gegensteuern, werden wir im Nordwesten Niedersachsens einen gewaltigen Ärztemangel bekommen", sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) am Abend im NDR-Fernsehen. Der weitere Ausbau droht ins Stocken zu geraten. Ob der Neubau generell in Frage steht und was das für die Zukunft des Studiengangs langfristig bedeutet, ist offen.

Der Medizin-Studiengang an der Universität wurde erst vor acht Jahren gegründet und hat deutlich weniger Studenten als die beiden traditionellen, großen Medizin-Unistandorte Göttingen und Hannover. Oldenburg kooperiert mit der niederländischen Partner-Universität Groningen, beide Unis bieten in der gemeinsam betriebenen European Medical School eine grenzüberschreitende Medizinerausbildung an.

Der Fraktionschef der FDP im Landtag, Stefan Birkner, fürchtet um die Attraktivität Oldenburgs als Standort für die medizinische Forschung. Das Land müsse an seinem ursprünglichen Etatplan festhalten, sagte er der "Nordwest-Zeitung" (Donnerstag). "Womöglich liegt es daran, dass Oldenburg keine Lobby in der Landesregierung hat", meinte Birkner zu der Diskussion um die wacklige Finanzierung für den Uni-Ausbau. Von den Grünen gab es ebenfalls die Forderung, dass die Mittel wie versprochen für 2021 in den Haushalt eingestellt werden.

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