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Niedersachsen & Bremen Menschen im Kreis Uelzen protestieren gegen rechte Siedler

Eine Anwohnerin stellt ein Holzkreuz mit der Aufschrift

(Foto: Philipp Schulze/dpa)

Uelzen/Ebstorf (dpa/lni) - Im Kreis Uelzen formiert sich Widerstand gegen rechte Siedler, die Bauernhöfe aufkaufen und sich in der Region niederlassen. Mit inzwischen rund 90 Holzkreuzen mit der Aufschrift "Kreuz ohne Haken - für Vielfalt" protestieren Mitglieder der "Gruppe beherzt" auf ihren Grundstücken gegen die Siedler, wie Mitinitiator Martin Raabe der dpa sagte. Die Protestaktion gegen sogenannte völkische Siedlungen begann im vergangenen Jahr.

Raabe geht von inzwischen rund 100 Familien aus, die als rechte Siedler in die Region gezogen sind. Neben dem Kauf von Höfen richteten die Siedler sich Therapeutenpraxen oder Handwerkerwerkstätten ein. Mit den Kreuzen wolle die Initiative zeigen, dass die Rechten unerwünscht seien. Der Kauf der Höfe lasse sich kaum verhindern, allerdings könne die Initiative aufklären, sagte Raabe. Der Verfassungsschutz nimmt die Siedler in Nordost-Niedersachsen schon seit einigen Jahren wahr.

Die Siedler treiben auch den pensionierten Pfarrer Wilfried Manneke um, der sich seit 1995 gegen Rechtsextremismus in der Lüneburger Heide engagiert. Zunächst als Naturschützer getarnt versuchten die neuen Einwohner in der Dorfgemeinschaft und in lokalen Gremien Fuß zu fassen, sagte er. Später erst offenbare der zunächst "nette Nachbar" seine rechte Gesinnung.

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