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Niedersachsen & Bremen Mord wegen eines Handyvideos?: Prozess beginnt in Oldenburg

Eine Außenaufnahme des Landgerichts Oldenburg. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

In einem Mordfall müssen sich zwei Männer in Oldenburg vor Gericht verantworten. Es geht um ein Dreiecksverhältnis und ein rätselhaftes Video von einer Frau.

Oldenburg (dpa/lni) - Um an ein kompromittierendes Handyvideo zu kommen, sollen zwei Männer in Bad Zwischenahn (Landkreis Ammerland) gemeinschaftlich einen Mord begangen haben. Auch Raub mit Todesfolge legt die Staatsanwaltschaft ihnen zur Last in einem Prozess, der am Dienstag am Landgericht Oldenburg begann (Az.: 5 Ks 11/20).

Die 42 und 36 Jahre alten Angeklagten aus Syrien äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Die Verhandlung wurde für sie übersetzt. Der Gerichtssaal war voll, denn als Nebenkläger waren acht Familienmitglieder des Opfers zugelassen, eines 31 Jahre alten Mannes aus dem Irak.

Hintergrund der Tat ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Dreiecksverhältnis. Der 42 Jahre alte Angeklagte hat eine Frau, die angeblich eine Liebesbeziehung mit dem Iraker hatte. Und auf dem Handy dieses Liebhabers soll ein Video gespeichert gewesen sein, das angeblich die Frau in Misskredit brachte.

Bei der Tat im April ließ der 42-Jährige angeblich sein Auto mit dem Wagen seines Nebenbuhlers kollidieren. Um an dessen Handy zu kommen, stach er den Iraker dann mit einem Klappmesser in den Hals. Der 36 Jahre alte Komplize half mit, den Liebhaber nach dem Handy zu durchsuchen. Der Verletzte starb an seinem Blutverlust.

Insgesamt sollen die Angeklagten zwei Telefone erbeutet haben, die sie sofort zerstörten. Die Ermittlungsbehörden versuchten immer noch, den Speicherinhalt zu rekonstruieren, sagte eine Gerichtssprecherin. Für den Prozess sind zahlreiche Termine bis Ende November angesetzt.

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