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Niedersachsen & Bremen Noch fließt wenig Geld aus dem Digitalpakt

Schüler lernen mit iPads im Unterricht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild)

Vor einem halben Jahr gab es den bundesweite Startschuss für den "Digitalpakt Schule". Ist in den Schulen in Niedersachsen und Bremen seither das digitale Zeitalter angebrochen?

Hannover (dpa/lni) - Ein halbes Jahr nach dem bundesweiten Start des "Digitalpakts Schule" haben Schulen in Niedersachsen und Bremen erst wenig Geld für ihre IT-Ausstattung erhalten. In Niedersachsen wurden bisher 930 000 Euro von über 40 Schulträgern - also vor allem von Städten und Gemeinden - beantragt. Noch ist nach Angaben des Kultusministeriums aber keiner davon bewilligt. Mehr als 522 Millionen Euro stehen im Bundesland insgesamt bereit.

"Die Antragslage entspricht meinen Erwartungen. Der Digitalpakt ist auf mehrere Jahre angelegt und soll zu sinnhaften Anschaffungen führen, nicht zu Schnellschüssen", kommentierte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die Zahlen. Er gehe davon aus, dass sich die Zahl der Anträge in den kommenden Monaten erhöhen wird. Erste Zahlungen sollen nach Angaben des Ministeriums noch in diesem Jahr fließen. Tonne hatte zum Start des Digitalpakts vor einem halben Jahr gesagt: "Ich gehe davon aus, dass wir die Gelder in 2020 auszahlen können."

Im Land Bremen haben Schulen hingegen schon erste Geräte wie Laptops und Tablets kaufen können. Rund 300 000 Euro wurden hier nach Angaben einer Sprecherin des Bildungsressorts bis Anfang November abgerufen. In Bremerhaven wurde bisher noch kein Geld ausbezahlt. Der Zwei-Städte-Staat Bremen will bis zum Jahr 2024 48 Millionen Euro aus dem Digitalpakt zur Verfügung stellen.

In Niedersachsen können Schulen seit August Gelder aus dem Digitalpakt beantragen. Die Mittel aus dem Digitalpakt sind bis zum Jahr 2023 reserviert. Schulen ab einer Größe von 60 Schülern erhalten einen Grundbetrag von 30 000 Euro. Für kleinere Schulen gibt es eine anteilige Summe. Dazu kommen rund 445 Euro pro Schüler an öffentlichen Schulen. Auf den Wunschlisten der Schulen standen bisher vor allem W-Lan und interaktive Lerntafeln, berichtete ein Ministeriumssprecher.

In Bremen gibt es nach Angaben der Sprecherin ein sogenanntes Initialbudget für erste Anschaffungen: 5000 Euro für Grundschulen, 10 000 für Oberschulen, 15 000 für Oberschulen mit gymnasialer Oberstufe und Gymnasien, 20 000 für Berufsbildende Schulen. Vom kommenden Jahr an sollen die Mittel im Bundesland Bremen nach einem standardisierten Prozess beantragt und verteilt werden. Die Details würden derzeit erarbeitet. Für Niedersachsen und Bremen gilt: Wer Gelder abrufen will, braucht ein Medienkonzept.

Für den "Digitalpakt Schule" stehen bundesweit über fünf Milliarden Euro bereit. Den Großteil davon bezahlt der Bund, ein Anteil entfällt aber auch auf die Länder. Ziel des Digitalpakts ist, Schulen mit Whiteboards, digitaler Infrastruktur wie W-Lan und in einigen Fällen auch mit digitalen Endgeräten wie Tablets auszustatten. Die Sprecherin des Bremer Bildungsressorts fasste den Inhalt der Förderung folgendermaßen zusammen: "Das Ziel ist die Sicherstellung von zeitgemäßen, verlässlichen, bedarfsgerechten IT-Infrastrukturen und Medienausstattungen an den Schulen".

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