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Niedersachsen & Bremen OLG: Reitstall muss wegen Unfall mit kleinem Kind haften

Vor dem Landgericht hält eine Statue der Justitia eine Waagschale. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

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Oldenburg (dpa/lni) - Reitställe müssen bei kleinen Kindern mit Reitfehlern rechnen und können deshalb bei Unfällen in Haftung genommen werden. Das befand das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg und bestätigte ein Schmerzensgeld von 10.000 Euro für ein Kind aus Osnabrück. Das achtjährige Mädchen hatte in einer Reithalle auf einem Pony gesessen, das an einer Longe geführt wurde. Das Kind fiel herunter, und das Pony stürzte auf das Kind. Das Mädchen brach sich ein Bein und ein Schlüsselbein und musste sechs Wochen im Rollstuhl sitzen, wie das Gericht am Mittwoch zu dem Fall berichtete.

Der Unfall sei durch eine "typische Tiergefahr" entstanden, entschied der Zivilsenat (Az. Az. 2 U 142/20). Es spiele keine Rolle, dass das Kind eventuell Kommandos der Reithallenangestellten falsch verstanden habe. Bei dem Alter des Kindes und seiner fehlenden Erfahrung habe man von Reitfehlern ausgehen müssen. Das Pony, ein halbes Jahr im Besitz des Reitstalls, sei zwar als ruhig bekannt. Es sei aber nie darauf getestet worden, wie es auf Reitfehler von Kindern reagiert.

Der Fall wurde vom OLG nicht verhandelt, sondern der Reitstall zog nach dem Hinweis der Richter auf die Rechtslage seine Berufung gegen das Urteil der ersten Instanz zurück.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-670291/2

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