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Niedersachsen & Bremen Politologe: Bremer Wahl kann Berliner Koalition erschüttern

Andrea Nahles, und Olaf Scholz sprechen in der SPD-Zentrale im Willy-Brandt-Haus zu den Medienvertretern. Foto: Kay Nietfeld/Archivbild

(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Bremen wählt am Sonntag eine neue Bürgerschaft. Der Ausgang der Wahl wird auch die Bundespolitik beschäftigen. Ein Bremer Parteienforscher rechnet mit erheblichen Auswirkungen.

Bremen (dpa/lni) - Parteienforscher Lothar Probst erwartet im Fall eines schlechten Abschneidens der SPD bei der Bürgerschaftswahl in Bremen Personaldiskussion in der Bundes-SPD. "Das würde auf jeden Fall für Erschütterungen in Berlin sorgen, vor allen Dingen bei der SPD", sagte Probst der Deutschen Presse-Agentur. Bremen sei die letzte Bastion der Sozialdemokraten. "Wenn die jetzt auch noch fällt, dann ist das schon ein Signal an die SPD", sagte der emeritierte Bremer Professor.

Zu möglichen Koalitionen nach der Bürgerschaftswahl hielt sich Probst bedeckt. "Das halte ich im Moment noch für vollkommen offen", sagte er. Es könne sogar sein, dass es am Ende für ein Bündnis aus CDU und Grünen reiche - "eine ganz andere Variante, über die man bisher noch gar nicht nachgedacht hat", sagte der Politologe. "Es wird sehr eng werden und hängt davon ab, was die Grünen machen. Die sind die Königsmacher in dieser Frage", sagte Probst.

Auch die Frage, ob in Bremen erstmals in einem westdeutschen Bundesland die Linke mitregieren könnte, hängt nach Ansicht des Politologen von den Grünen ab. Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) hat angekündigt, dass er auf eine linke Koalition setzt.

Taktische Manöver hält Probst auch in der Bevölkerung für denkbar. Es sei denkbar, dass viele Wähler ihre Stimmen auf Listen verschiedener Parteien aufteilen und so eher mögliche Koalitionen wählen statt eine einzelne Partei.

In Bremen, dem kleinsten Bundesland, wird am Sonntag ein neues Landesparlament gewählt. Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Insa liegt die oppositionelle CDU bei 28 Prozent und die SPD, die seit mehr als 70 Jahren an der Macht ist, bei 23 Prozent. Eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition wäre demnach nicht möglich. Die Grünen würden laut Umfrage mit 18 Prozent drittstärkste Kraft, die Linke käme auf 11 Prozent. FDP und AfD erhielten je 6 Prozent.

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