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Niedersachsen & Bremen Polizist soll Dienstgeheimnisse verkauft haben: Prozess

Eine Statue der Justitia hält die Waage. Foto: picture alliance/dpa/Symbolbild

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Hannover (dpa/lni) - Ein 52 Jahre alter Polizist, der Daten aus polizeiinternen Informationssystemen verkauft haben soll, steht seit Dienstag in Hannover vor Gericht. Mit angeklagt am Landgericht Hannover sind ein 59 Jahre alter Unternehmer, der den Polizeibeamten beauftragt und bezahlt haben soll, sowie zwei weitere Polizisten im Alter von 55 und 39 Jahren. Der 52-Jährige, von 2014 bis 2016 Beamter der Polizeidirektion Hannover, soll nebenbei als Privatdetektiv gearbeitet und die internen Daten von weiteren Beamten beschafft haben. (Az. 40 KLs 17/19)

Zum Auftakt des Prozesses warf der Anwalt des 52-Jährigen der Staatsanwaltschaft vor, das Verfahren verschleppt oder über Jahre unbearbeitet gelassen zu haben. Für seinen Mandanten bedeute der Druck der Länge des Verfahrens Belastungs- und psychische Folgen wie Depressionen. Der Anwalt des 59-Jährigen regte an, das Verfahren gegen seinen Mandanten gegen Zahlung einzustellen.

Der 59-Jährige soll den Beamten beauftragt haben, Informationen über anhängige Strafverfahren, Einkommens- und Beschäftigungsverhältnisse, Autos sowie Aufenthaltsorte von Menschen zu beschaffen, die wie er an einem zivilrechtlichen Rechtsstreit beteiligt waren. In diesem Fall soll der Mann zur Zahlung von über drei Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden sein. Der Polizeibeamte erhielt dafür laut Anklage von Januar 2015 bis November 2016 monatlich 3570 Euro. Insgesamt soll er über 81 000 Euro bekommen haben.

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