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Niedersachsen & Bremen Regionspräsident: Inzidenz nicht allein entscheidend

Regionspräsident Hauke Jagau (SPD). Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild

(Foto: Ole Spata/dpa/Archivbild)

Hannover (dpa/lni) - Hannovers Regionspräsident Hauke Jagau hat in Fragen der Lockerungen in der Corona-Pandemie kritisiert, dass allein der Inzidenzwert als Maßstab gilt. "Ich halte den Inzidenzwert nicht für das allein entscheidende Kriterium", sagte der SPD-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstag). "Ich würde Inzidenzwert, Impfquote, Krankenhausbelastung und die Qualität der Nachverfolgung gemeinsam betrachten und daraus eine Bewertung vornehmen, statt nur auf den Inzidenzwert zu gucken." Nach der Verwirrung beim Termineinkauf am Montag sagte er: "Ich werfe wirklich keinem Händler und keinem Kunden vor, dass er da nicht durchsteigt."

Nach der neuen Corona-Verordnung sind Lockerungen wie Einkaufen mit Termin nur bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner möglich. In der Region Hannover lag die Inzidenz nach Landesangaben am Montag bei 103,8 - so viele Menschen pro 100 000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt.

Jagau erklärte: "Bis offiziell festgestellt war, dass wir Hochinzidenzkommune sind, konnte ja keiner genau wissen, welche Regeln gelten. Aber jetzt haben wir die Situation, dass Buchhandlungen und Büchereien geöffnet sind und Geschäfte zwar nicht für Terminshopping öffnen dürfen, aber laut Verordnung für die sogenannte Bemusterung und Anprobe." Kundinnen und Kunden dürften ins Geschäft für eine Bemusterungsberatung oder eine Anprobe, dann aber müssten sie den Artikel telefonisch oder über das Internet bestellen, um ihn dann kontaktlos abzuholen.

Ein Problem sei, dass in den Inzidenzwert nicht einfließe, wie weit etwa die Impfkampagne sei und wie viele Menschen nach einer Infektion schon Antikörper hätten, sagte Jagau. "Die Begründung für massive Eingriffe in die Grundrechte war und ist, dass wir das Gesundheitssystem nicht überlasten dürfen. Diese Gefahr besteht zurzeit nicht - in den Krankenhäusern wurden im vergangenen Jahr Kapazitäten aufgebaut für die Versorgung."

© dpa-infocom, dpa:210309-99-744821/2

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