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Niedersachsen & Bremen Reimann gegen generelles Besuchsverbot in Heimen

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) spricht bei einer Landespressekonferenz. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

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Osnabrück (dpa/lni) - Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hat sich gegen ein generelles Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen bei steigenden Corona-Neuinfektionen ausgesprochen. "Wir haben nicht umsonst ganz klar in die Corona-Verordnung des Landes geschrieben, dass es ein Recht auf Besuch gibt, das nur eingeschränkt werden kann, wenn es triftige Gründe dafür gibt", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Ein hoher Inzidenzwert sei nicht zwingend ein solcher Grund: "Ist der Anlass für die gestiegenen Infektionen lokal eingrenzbar, also etwa einem Schlachthof zuzuordnen, gibt es aus meiner Sicht keinen Grund für ein Alten- und Pflegeheim, Besucherinnen und Besucher nur noch eingeschränkt ins Haus zu lassen."

Die Heime sollten einen gewissen Spielraum behalten, die Bewohner nicht unverhältnismäßig eingeschränkt werden, sagte Reimann weiter. Sie hielte es nicht für gut, wenn die Einrichtungen etwa ab 35 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bestimmte Maßnahmen ergreifen müssten. "Es muss immer auch betrachtet werden, woher die hohen Infektionszahlen stammen, um dann angemessen reagieren zu können."

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