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Niedersachsen & Bremen Retter singen über ihren Alltag und landen Internet-Hits

Jan Dreier aus der Kooperativen Leitstelle Ostfriesland sitzt mit einer Gitarre am Arbeitsplatz. Foto: Frank Loger/dpa/Archivbild

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Wittmund (dpa/lni) - Mit einem singenden Notfallsanitäter fing alles an - inzwischen sind auch die geträllerten Reaktionen einer Notärztin und eines Rettungsassistenten Internet-Hits geworden. Alle drei machen in selbst gedichteten Liedern auf Probleme in ihrem Alltag aufmerksam.

"Meine Nummer, die kennt wohl jedes Kind, doch mancher wählt sie auch mal zu geschwind", singt Jan Dreier aus der Kooperativen Leitstelle Ostfriesland in Wittmund. Mit Husten "und das schon 14 Tage" verlangten sie "'ne Rettungstrage". Die Idee sei im Kollegenkreis entstanden, sagte der 30-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Es wählten immer mehr Menschen die 112, obwohl sie gar nicht in einer bedrohlichen Situation seien. Sein in der vergangenen Woche gepostetes Video wurde bereits hunderttausendfach geklickt.

Dreier versteht sein Lied als Ergänzung zu den Songs von Notfallsanitäter Felix Peter und Notärztin "Doc Caro". Felix Peter Haehne aus dem Kreis Göttingen setzte sich als erster mit einer Ukulele in den Rettungswagen. Der 26-Jährige singt darüber, dass er Patienten aus rechtlichen Gründen häufig nicht helfen darf, obwohl er es könnte.

Carola Holzner, leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, pflichtet ihm bei. Auch ein Notfallsanitäter sollte zum Beispiel bei Unterzuckerung Glucose geben dürfen, meint die promovierte Medizinerin. Schmerzmittel könnten die Fachkräfte ebenfalls geben. "Dafür braucht es keinen Notarzt am Einsatzort. In Deutschland bindet man den Notarzt oft unnötigerweise", kritisierte die 37-Jährige, die mit ihrem Blog "Doc Caro" Medizin verständlich machen will.

Felix Peter bei YouTube

Homepage Doc Caro

Jan Dreier auf der Facebook-Seite der Leitstelle

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