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Niedersachsen & Bremen Tourismusbranche sieht Fachkräftemangel als großes Risiko

Eine Zimmerfrau macht in einem Gästehaus das Bett. Foto: Swen Pförtner/Archivbild

(Foto: Swen Pförtner/dpa)

Der Tourismusbranche hierzulande geht es nicht schlecht. Doch damit das so bleibt, brauchen die niedersächsischen Betriebe mehr Arbeitskräfte.

Hannover (dpa/lni) - Niedersachsens Tourismusbranche fehlen die Fachkräfte. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHKN) klagen zwei Drittel der Hotel- und Gaststättenbetriebe darüber, dass sie offene Stellen längerfristig nicht besetzen können.

Dabei gehe es nicht mehr nur um ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, berichtete IHKN-Tourismus-Experte Arno Ulrichs. "Viele Betriebe suchen auch ungelernte Hilfskräfte." Vor allem das Gastgewerbe wolle vermehrt Arbeitskräfte einstellen. Jedoch hätten nur rund 20 Prozent der Unternehmen in der Branche keine Probleme, Personal zu finden. Die IHKN hat die Meinungen von mehr als 400 Betrieben eingeholt.

Unabhängig von den fehlenden Fachkräften sei der sogenannte Klimaindex, der die Geschäftserwartung der Branche widerspiegelt, seit dem vergangenen Jahr von 122,3 auf 131,9 Punkte gestiegen, berichtete die IHKN. Denn bei fast jedem zweiten Betrieb aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe stieg der Umsatz. Knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen bezeichneten ihre Lage als befriedigend. Sogar 55 Prozent bewerteten die Situation als gut. "Das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr", sagte Ulrichs.

Weniger rosig sind der Saisonumfrage zufolge die Erwartungen der Reisebüros. Dort sank der von der IHKN berechnete Klimaindex von 126 auf 101,7 Punkte. Liegt der Index bei 100, gilt die Stimmung bei den Unternehmen aus ausgeglichen. Werte von über 100 spiegeln eine positive Einschätzung in der Branche wider.

Gut 80 Prozent der 134 befragten Unternehmen bewerteten die derzeitige Geschäftslage zwar als gut oder befriedigend. Doch der Wachstumstrend der vergangenen Jahre scheine beendet zu sein, resümierte die IHKN. Der Anteil der Reisebüros, die mit einer Negativentwicklung rechnen, sei inzwischen jedenfalls größer als der Anteil der Optimisten.

IHK Niedersachsen

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