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Niedersachsen & Bremen Trübe Ernteprognosen nach trockenem Sommer

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Wie schon im Vorjahr fällt die Ernte vieler Bauern in Niedersachsen bescheiden aus. Die Landwirtschaftskammer stellt die Zahlen vor - und will über das Klimaschutzpaket der Bundesregierung reden.

Hannover (dpa/lni) - Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen geht nach dem trockenen Sommer erneut von einer durchwachsenen Ernte aus. Die Kammer stellt am Dienstag (11.00 Uhr) in Hannover die diesjährigen Ernte-Erträge von Getreide, Kartoffeln, Zuckerrüben und Co. vor. Im Vergleich zum Vorjahr falle die Ernte zwar besser aus, aber angesichts der Dürre im Jahr 2018 sei das keine Kunst, sagte ein Sprecher vorab. "Es war gleichwohl wieder zu trocken, vor allem im Osten Niedersachsens." Das beeinträchtige etwa die Maisproduktion.

In der Erntebilanz soll es ausdrücklich auch um den Klimawandel gehen: Zum einen spricht der Präsident der Landwirtschaftskammer, Gerhard Schwetje, über die Folgen der Trockenheit für die Agrarbetriebe. Zum anderen will die Kammer die Anforderungen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung an die Landwirtschaft erörtern. Dabei geht es etwa darum, wie gebundenes Kohlendioxid in der CO2-Bilanz der Landwirtschaft angerechnet wird.

Schon im September hatte das Landvolk mitgeteilt, dass viele niedersächsische Bauern mit der Ernte unzufrieden seien. In zehn Kreisen sei die Ernte um bis zu 15 Prozent schlechter ausgefallen als im Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017. Verbraucher müssten aber keine Preissteigerungen befürchten, hieß es.

Für verschiedene Ackerkulturen hat das Landvolk zudem schon Zahlen mitgeteilt. Demnach ernteten Niedersachsens Bauern mit 4,2 Millionen Tonnen Kartoffeln mehr als eine Million Tonnen weniger als im Durchschnitt. Die Maisernte werde besser als im Vorjahr, liege aber ebenfalls noch unter dem Durchschnitt - wegen des Wassermangels in vielen Gebieten.

Bei den Zuckerrüben befürchten Niedersachsens Landwirte sogar eine noch schlechtere Ernte als 2018. Der Ertrag falle mit 62,3 (2018: 63) Tonnen je Hektar niedriger aus und auch der Zuckerwert sei mit 18,7 Prozent geringer (2018: 19,1 Prozent).

Niedersachsen bezeichnet sich selbst als Agrarland Nummer eins. So wird nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums zum Beispiel fast die Hälfte der deutschen Kartoffeln dort erzeugt. Insgesamt werden zwischen Nordsee und Harz rund 1,9 Millionen Hektar als Ackerland bewirtschaftet.

Agrarministerium zur Landwirtschaft in Niedersachsen

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