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Niedersachsen & Bremen VW legt erstes Angebot für neuen Haustarif vor

Das Markenhochhaus von Volkswagen auf dem Gelände des Autokonzerns in Wolfsburg.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbol)

Nach zwei ergebnislosen Runden bringt Volkswagen einen ersten Vorschlag mit in die Haustarif-Verhandlungen. Die Erwartungen der Gewerkschaft sind groß, und das Ende der Friedenspflicht rückt näher.

Langenhagen (dpa/lni) - Der Autohersteller Volkswagen hat für rund 125 000 Beschäftigte ein erstes Angebot für einen neuen Haustarif vorgelegt. "Es ist ein konstruktives Angebot, was den Interessen des Unternehmens entspricht, aber auch den Belangen der Beschäftigten entsprechen wird", sagte eine Sprecherin des Unternehmens vor der dritten Verhandlungsrunde mit der IG Metall am Dienstag in Langenhagen bei Hannover. Details zum Angebot wurden bisher nicht genannt.

Die Gewerkschaft drängt auf eine schnelle Einigung. "Unsere Erwartungshaltung ans Unternehmen ist, dass ein ordentliches Angebot auf den Tisch kommt, was so nah wie möglich an unseren Anforderungen ist, damit wir möglichst zügig auch Klarheit für die Beschäftigten haben", sagte Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der IG Metall. Die Gewerkschaft fordert eine Entgelterhöhung von 8 Prozent, eine Verlängerung des Tarifvertrags über die Altersteilzeit, mehr freie Tage für Mitglieder der Gewerkschaft sowie eine Übernahme der Semestergebühren für dual Studierende des Unternehmens.

Auch die Chefin des VW-Betriebsrats, Daniela Cavallo, verwies auf die Dringlichkeit einer Einigung: "Es geht darum, dass die Menschen mehr Geld im Portemonnaie brauchen, die Inflation ist immens hoch." Bei mangelnder Einigkeit zwischen den Verhandlungspartnern wäre die Belegschaft auch zu weiteren Maßnahmen bereit, sagte Cavallo. "Das Unternehmen muss natürlich wissen, wenn dann irgendwann die Friedenspflicht endet, dann können wir auch Warnstreikaktionen machen", sagte sie. "Ich glaube, die Belegschaft hat auch bei der letzten Verhandlung gezeigt, dass es da große Bereitschaft zu gibt, für die Forderungen auf die Straße zu gehen.".

Die Friedenspflicht endet zum 30. November. Zu der vergangenen Verhandlungsrunde in Wolfsburg hatten sich laut Gewerkschaft gut 4000 Beschäftigte bei einer Kundgebung vor der Volkswagen-Arena getroffen. Auch im Konflikt um den Flächentarifvertrag in der niedersächsischen Metall- und Elektrobranche gab es bereits Arbeitsniederlegungen.

Zuletzt hatte es in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg eine Einigung zwischen Unternehmen und Gewerkschaft gegeben. Dabei verständigten sich beide Seiten auf eine zweistufige Lohnerhöhung um insgesamt 8,5 Prozent über zwei Jahre sowie steuerfreie Einmalzahlungen von 3000 Euro.

Die IG Metall will den Abschluss auch auf Niedersachsen übertragen. Darüber hinaus gebe es beim Haustarif spezielle Punkte, die über diese Einigung hinaus gingen, sagte Gewerkschafter Gröger. "Bei Volkswagen haben wir auch noch andere wichtige Themen zu lösen, beispielsweise die Fortsetzung der Altersteilzeit. Das ist eine wichtige Brücke aus dem Berufsleben in den Ruhestand". Der VW-Haustarif wird für die Stammbelegschaft der sechs westdeutschen VW-Standorte in Braunschweig, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter und Wolfsburg sowie einigen Töchtern verhandelt.

Quelle: dpa

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