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Niedersachsen & Bremen Vergleich erzielt: Bremer Pastor darf wieder predigen

Pastor Olaf Latzel kommt mit einer Bibel in der Hand in den Gerichtssaal. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

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Bremen (dpa/lni) - Im Streit um die vorläufige Dienstenthebung eines wegen Volksverhetzung verurteilten Pfarrers haben die Bremische Evangelische Kirche, die St.-Martini-Gemeinde und der Seelsorger einen Weg zur Verständigung gefunden. Demnach bittet Pastor Olaf Latzel für seine Äußerungen um Entschuldigung, dafür nimmt die Kirche die vorläufige Dienstenthebung zurück, wie die Bremische Evangelische Kirche mitteilte. Zur weiteren Dienstausübung bis zum Abschluss des gegen den Pastor laufenden Strafverfahrens und des Disziplinarverfahrens seien "einvernehmlich Regelungen" getroffen worden.

Damit dürfe Latzel "wieder predigen, er darf die Amtsgeschäfte wieder ausüben", erklärte ein Sprecher der Bremischen Evangelischen Kirche. Wichtig bei dem Vergleich: Die Beteiligten verurteilten "jegliche Form von Hassbotschaften, Beleidigungen oder Gewaltandrohungen". Das Amtsgericht Bremen hatte Latzel am 25. November nach abwertenden Äußerungen über Homosexualität wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe von 8100 Euro verurteilt (Az.: 96 Ds 225 Js 26577/20). Latzel legte gegen das Urteil Berufung ein.

Den Angaben zufolge gab es im März einen nichtöffentlichen Erörterungstermin, dabei äußerte die Disziplinarkammer Bedenken gegen die vorläufige Dienstenthebung und empfahl "den Beteiligten dringend eine vergleichsweise Einigung". Solange das Verfahren läuft, bleibt ein Disziplinarverfahren bei der Kirche ausgesetzt.

© dpa-infocom, dpa:210416-99-226105/2

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