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Niedersachsen & Bremen Vermisstenfall im Harz: Mord-Anklage gegen Bundespolizisten

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

(Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)

Ein 51-Jähriger wird als vermisst gemeldet. Die Polizei geht von Mord aus - doch die Leiche wird nie gefunden. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass ein Freund ihn tötete, um mit dessen Ehefrau zusammenleben zu können. Nun hat die Behörde Anklage erhoben.

Braunschweig (dpa/lni) - Im Fall eines vermissten 51-Jährigen aus dem Harz hat die Staatsanwaltschaft Braunschweig Mord-Anklage gegen dessen 50 Jahre alten Bekannten erhoben. Dem Bundespolizisten aus Liebenburg im Landkreis Goslar wird heimtückischer Mord aus niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Wie die Behörde am Mittwoch weiter mitteilte, habe seine Tätigkeit als Bundespolizist "im Rahmen der Tatbegehung" keine Rolle gespielt. Über die Anklageerhebung hatten zuvor mehrere Medien berichtet.

Der Deutsche soll seinen Freund ermordet haben, um eine offizielle Liebesbeziehung mit der Ehefrau des Getöteten eingehen zu können. Mit ihr hatte er laut Staatsanwaltschaft seit 2016 eine geheime Affäre.

Der 50-Jährige soll sich am 13. April frühmorgens im Garten des Hauses seines Bekannten in Groß Döhren versteckt und sein Opfer nach draußen gelockt haben. Dort habe er versucht, den 51-Jährigen mit einer Schlag- oder Stichwaffe - möglicherweise einer Pistolenarmbrust - zu töten.

Der Verdächtige soll danach laut Anklage den Kleintransporter seines Opfers genommen und den Schwerverletzten weggefahren haben. Die Ermittler fanden eine Blutlache auf der Terrasse und blutige Schleifspuren - aber nicht die Leiche des 51-Jährigen. Das Auto wurde drei Tage später auf dem Expo-Gelände in Hannover am Holländischen Pavillon entdeckt. Auch im Wagen-Inneren fanden sich "erhebliche Blutansammlungen". Seit dem 18. Mai sitzt der Bundespolizist, der die Vorwürfe bestreitet, in Untersuchungshaft. Er ist nicht vorbestraft.

Vor zwei Wochen hatte die ZDF-Fernsehsendung ""Aktenzeichen XY ungelöst" über den Fall berichtet und Zeugen gesucht. Dabei interessierten sich die Ermittler unter anderem für Gegenstände, die der 50-Jährige nach der Tat in Baumärkten der Region sowie im Raum Bitterfeld in Sachsen-Anhalt gekauft haben soll. Dabei handelt es sich um 11 Rasengittersteine, 16 Baustahlmatten, außerdem Bauzaunelemente, Betonfüße sowie mehrere Rollen Stacheldraht.

Dem Verdächtigen wird neben dem Mord auch eine Unterschlagung und die Fälschung beweiserheblicher Daten vorgeworfen. So soll er bereits vor etwa drei Jahren auf dem Flughafen Hannover einen verloren gegangenen Personalausweis an sich genommen haben. Mit diesem soll er in einem Hotel in Goslar übernachtet und einen Mobilfunkvertrag abgeschlossen haben. Den Ermittlern zufolge wollte er offenbar seine Anwesenheit in dem Hotel geheim halten.

© dpa-infocom, dpa:210901-99-49089/3

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