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Niedersachsen & Bremen Weil besucht LNG-Terminal: "Geht um viel für Gesellschaft"

Aktivisten besetzen mehrere Baufahrzeuge auf der Baustelle für die geplante Gaspipeline am Jade-Weser-Port.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Wilhelmshaven (dpa/lni) - Begleitet von Protesten hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil den Anleger des geplanten LNG-Terminals in Wilhelmshaven besucht. Dabei zeigte der SPD-Politiker Verständnis für die Demonstranten, betonte am Freitag zugleich aber die Bedeutung des Vorhabens für die Energiesicherheit in Deutschland. "Ich habe wirklich Respekt vor jedem, der sich für Umwelt- und Naturschutzbelange einsetzt. Ich bitte nur alle diejenigen, die derzeit protestieren, mit zu bedenken, um was es hier geht", sagte Weil. "Das ist kein beliebiges Projekt. Da geht es um sehr viel für unsere ganze Gesellschaft und den gesellschaftlichen Zusammenhalt." Angesichts einer drohenden Energieknappheit müsse verhindert werden, dass Menschen im Winter in kalten Wohnungen sitzen und Produktionen stillgelegt werden könnten.

Zuvor hatten mehrere hundert Klimaaktivisten in Wilhelmshaven gegen das geplante Importterminal protestiert. Die Gruppierung "Ende Gelände" teilte mit, man habe die Baustelle am Freitagmorgen besetzt. Dabei handele sich um eine Aktion des zivilen Ungehorsams "gegen den geplanten Ausbau fossiler Gasinfrastruktur". Die Besichtigung der Baustelle, für die Weil zusammen mit Umweltminister Olaf Lies (SPD) und dem Vorstandschef des Energieunternehmens und Terminalbetreibers Uniper, Klaus-Dieter Maubach, mit einem Boot vor den Anleger fuhren, wurde wegen der Proteste verlegt. Zu einem direkten Aufeinandertreffen mit den Demonstranten kam es nicht.

Weil zeigte sich optimistisch, dass der Anleger, der bereits für den Import von Flüssigerdgas (LNG) ertüchtigt wird, rechtzeitig bis Jahresende fertig sein werde. "Wir werden sicherlich, was die Behörden angeht, weiter mit Hochdruck arbeiten", sagte Weil. Bis jetzt gebe es kein gerichtliches Verfahren, das den Zeitplan störe.

Geplant ist, über eine ebenfalls noch zu bauende Pipeline ab dem 23. Dezember das angelieferte Flüssigerdgas nach seiner Umwandlung in gasförmigen Zustand ins deutsche Gasnetz einzuspeisen. So soll Deutschlands Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland verringert werden.

Quelle: dpa

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