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Niedersachsen & Bremen Weil wirbt auf Norderney für Ausbau der Windenergie

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident von Niedersachsen, steht auf der Nordseeinsel Norderney am Strand. Foto: Mohssen Assanimoghaddam

(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Windenergie gilt als einer der Schlüssel zur Energiewende. Die Kombination mit weiteren Technologien könnte ganz neue Chancen für die Zukunft bringen, hoffen Politik und Wirtschaft.

Norderney (dpa/lni) - Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich für einen weiteren Ausbau der Windenergie stark gemacht. "Sowohl im Offshorebereich als auch Onshore brauchen wir in Niedersachsen mehr Windenergieerzeugung, um unsere Klimaziele für 2030 und auf lange Sicht bis 2050 erfüllen zu können", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch auf Norderney. Er sprach sich dabei auch für die Nutzung der Technologie Power-to-Gas aus, bei der Strom aus Windkraft per Elektrolyse zu Gas umgewandelt werden kann.

"Norddeutschland ist für eine erfolgreiche Wasserstoffwirtschaft prädestiniert", sagte Weil. Hier existiere bereits die notwendige Infrastruktur für Speicherung, Transport und Verteilung großer Mengen von Wasserstoff. In Niedersachsen seien Investitionen mit Wasserstoff möglich, die zu einer Erfolgsstory für ganz Deutschland, für Europa und für das Weltklima werden könnten. Die industrielle Umstellung auf kohlenstoffärmere Prozesse könne zu Wertschöpfung, Sicherung von Arbeitsplätzen, Ressourcenschonung und Klimaschutz beitragen.

Weil nannte als Beispiel das Projekt "Element Eins" des Netzbetreibers Tennet mit den Gasnetzbetreibern Gasunie und Thyssengas. Dazu sei eine 100 Megawatt starke Anlage zur Umwandlung von Windenergie in grünen Wasserstoff im Nordwesten Niedersachsens geplant. Niedersachsen wolle zusammen mit den anderen norddeutschen Ländern Hemmnisse beim Thema Power-to-Gas überwinden helfen, kündigte der Ministerpräsident an.

Weil hatte auf der Nordseeinsel die Baustelle des Offshore-Projekts Borwin 5 des Übertragungsnetzbetreibers Tennet besucht. Es soll 2025 mit einer Anschlussleistung von 900 Megawatt fertiggestellt werden. Tennet-Geschäftsführer Tim Meyerjürgens sagte: "Insgesamt beträgt unsere Offshore-Übertragungskapazität in der Nordsee bereits in diesem Jahr rund 7,1 Gigawatt. Die Zielmarke der Bundesregierung für Nord- und Ostsee liegt bei 6,5 Gigawatt bis 2020." Dennoch sei ein beschleunigter, international koordinierter weiterer Ausbau der Windenergie notwendig, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

Mit dem Projekt Borwin 5 soll eine Gleichstromverbindung zur Übertragung des auf See erzeugten Windstroms in das Höchstspannungsnetz an Land entstehen. Dazu laufen derzeit Bohrarbeiten auf Norderney, um die Kabel später verlegen zu können.

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