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Niedersachsen & Bremen "Weiter Öl ins Feuer gießen": Giftduell FCA gegen Wolfsburg

Augsburgs Jeffrey Gouweleeuw (l) in Aktion gegen Wolfsburgs Lukas Nmecha (r).

(Foto: Tom Weller/dpa)

Es gab eine Rudelbildung. Es gab auch Handgreiflichkeiten und am Ende sogar Kratzwunden. Beim Spiel Augsburg gegen Wolfsburg war einiges los.

Augsburg (dpa/lni) - Den zwischenzeitlichen Zoff mit Geschäftsführer Stefan Reuter vom FC Augsburg konnte der Wolfsburger Trainer Niko Kovac nach dem Schlusspfiff mit Humor nehmen. "Wir haben früher Golf miteinander gespielt, von daher dachte ich, wir tauschen uns mal aus", meinte Kovac lächelnd über die hitzige Szene beim 1:1 (0:1) am Samstag in der Fußball-Bundesliga, als er regelwidrig die Coaching Zone der Augsburger betrat und mit Reuter aneinandergeriet.

Reuter hatte sich über eine Gelbe Karte gegen Innenverteidiger Maximilian Bauer (38.) geärgert, der damit wie auch Nebenmann Jeffrey Gouweleeuw in der nächsten Partie gesperrt ist. Anschließend kam es zur Rudelbildung mit Handgreiflichkeiten.

"Da war ein bisschen zu viel Hektik drin", meinte Kovac auf der Pressekonferenz und wunderte sich augenzwinkernd, dass Reuter trotz neuer Hüfte "noch richtig mobil" sei. "Jetzt haben wir uns wieder umarmt und wenn wir uns wieder treffen, werden wir vermutlich auch etwas trinken."

Fußballerisch war das Remis limitiert. Dafür gab es Ärger und Emotionen en masse. Unmittelbar nach der Verwarnung gegen Bauer zeigte Schiedsrichter Daniel Siebert gleich fünf weitere Gelbe Karten: Für Gouweleeuw und Carlos Gruezo vom FCA sowie den Wolfsburger Paulo Otavio, außerdem noch jeweils eine gegen Reuter und Kovac. 

"Dass so etwas in Augsburg gegen Wolfsburg passieren kann, da muss man ehrlich sein, darauf waren wir eingestellt", befand Siebert. "Wir haben versucht, mit strengen Strafen die größten Aggressoren zu bestrafen." Der Schiedsrichter hatte in der besagten Aufregerszene den Eindruck, "dass da draußen keiner ist, der mithilft zu deeskalieren", sondern versucht wurde, "weiter Öl ins Feuer zu gießen".

Die Mannschaften schenkten sich auf dem Rasen nichts. Das konnte man vielleicht am besten an Otavio sehen, der nach einem Tête-à-Tête mit Gouweleeuw eine Kratzwunde am Hals davontrug. Siebert zufolge resultierte die Verletzung auch daraus, dass der Wolfsburger Patrick Wimmer die Hand von Gouweleeuw weggerissen habe. "Dadurch entsteht die Kratzbewegung", erläuterte Siebert, es habe also keine Tätlichkeit vorgelegen.

Die Wolfsburger sahen das anders. "Ich glaube, das was auf seinem Hals zu sehen ist, hat nichts mit Fußball zu tun", sagte Torwart Koen Casteels. "Der Ball ist nicht in der Nähe, das Spiel war stillgelegt. Er kratzt den ganzen Hals auf, mit Videobeweis könnte man da durchaus auch mal eine Rote Karte geben."

Auch der Kapitän des FC Augsburg fand das Auftreten Sieberts unzureichend. "Meiner Meinung nach hatte der Schiedsrichter die Partie nicht in der Hand", kritisierte Gouweleeuw. "Übertrieben hart" sei das Spiel schließlich nicht gewesen. Dass Siebert aber angeblich schnell verwarnt und dann gleich noch weitere Sanktionen angekündigt habe, "diese Art und Weise gefällt mir nicht".

In einem nervösen Duell mit vielen defensiven Patzern und Unterbrechungen überwand nur Yannick Gerhardt in der 27. Minute den Augsburger Torwart. Ein kurzes Powerplay nach dem Wechsel vollendete Robert Gumny (55.) für die Hausherren zum Ausgleich.

Quelle: dpa

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