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Niedersachsen & Bremen Weitere Corona-Impfungen in Unternehmen angelaufen

Ein Rettungswagen steht vor dem Impfzentrum des Rossmann Konzerns. Foto: Ole Spata/dpa

(Foto: Ole Spata/dpa)

Betriebsärzte sollen künftig eine wichtige Rolle in der Impfkampagne spielen. Bevor es im Juni bundesweit losgeht, nehmen erste Firmen schon an Modellprojekten teil. Wie ist der Stand in Niedersachsen?

Burgwedel/Salzgitter (dpa/lni) - Erste Corona-Impfungen in Betrieben laufen in Niedersachsen jetzt breiter an. Am Montag weitete Rossmann die Behandlung von Beschäftigten mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin in einem neu errichteten Impfzentrum neben der Zentrale in Burgwedel aus. Dort kamen auch Kolleginnen und Kollegen der Prioritätengruppe 3 an die Reihe, nachdem die Drogeriekette in der vorigen Woche einigen Mitgliedern der Gruppe 2 schon den "Piks" angeboten hatte. Knapp 1200 Dosen sollten verteilt werden. Beim Stahlkonzern Salzgitter starteten Arbeitsmediziner das Impfen am Hauptsitz und im Werk Peine. Im Rahmen des Landes-Modellprojekts erhielt das Unternehmen rund 2300 Dosen.

Auch Volkswagen beteiligt sich an dem länger vorbereiteten Vorhaben, mit dem Erfahrungen bei der Organisation firmeninterner Impfungen gesammelt werden sollen, ehe ab dem 7. Juni dann die Betriebsärzte in der Wirtschaft großflächiger zum Einsatz kommen. "Wir legen diese Woche los", kündigte ein VW-Sprecher an. Am Donnerstag (20.) starte Wolfsburg, danach folgten ab Freitag die Werke Braunschweig und Salzgitter sowie weitere Standorte in der Woche nach Pfingsten.

VW erhielt knapp 6000 Dosen. Nach dem staffelweisen Anlaufen könne man - bei weiterer Öffnung des Berechtigtenkreises und ausreichendem Serum - pro Woche gut 15 000 Impfungen schaffen, hieß es. Rewe und der Laborausrüster Sartorius sind ebenfalls Teilnehmer des Projekts, für das das Land Niedersachsen 11 700 Impfdosen zur Verfügung stellen will. Bei Sartorius in Göttingen waren bereits in der vergangenen Woche die ersten betrieblichen Impfungen vorgenommen worden.

Rossmann-Co-Geschäftsführer Michael Rybak sagte: "Es ist ein Test." Andere Firmen sollten die Erfahrungen später ebenso nutzen können, "damit die dritte Säule der Betriebsärzte von Anfang an effizient funktionieren kann". Sollten zusätzliche Gruppen-Priorisierungen für den Corona-Schutz fallen, wolle man das eigene Impfzentrum auch Mittelständlern aus der Region zugänglich machen.

Der Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, Volker Müller, erklärte, kleinere Betriebe würden - sobald möglich - auch gern impfen: "Die Unternehmen stehen alle in den Startlöchern." Man schaue sich nun an, wie die Logistik und Datenübermittlung, der Aufbau von Wartebereichen oder die Nachsorge organisiert werden.

Ein Problem seien nach wie vor die zu geringen verfügbaren Mengen in Deutschland, betonte Müller. "Die Impfstoffversorgung ist immer noch schlecht. So etwas muss man besser planen können", sagte er auch zum Stopp von Erstimpfungen, weil nun mancherorts zunächst Zweittermine vorgezogen werden müssen. "Das hängt aber auch an denen, die Impfstoffe liefern. Wir hoffen, dass da mehr Verlässlichkeit einkehrt."

© dpa-infocom, dpa:210517-99-631630/3

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