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Niedersachsen & Bremen Zahl der Fasane in Niedersachsen leicht gestiegen

Ein Fasan läuft über eine Wiese. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild)

Warmes Wetter und viele Mäuse haben sich Wissenschaftlern zufolge positiv auf die Zahl der Fasane in Niedersachsen ausgewirkt. Damit die Vögel langfristig gute Lebensbedingungen haben, sind aber Veränderungen nötig.

Hannover (dpa/lni) - Die Zahl der Fasane in Niedersachsen ist in den vergangenen beiden Jahren leicht gestiegen. Den Vögeln gehe es etwas besser als in den Vorjahren, sagte der Wildbiologe Egbert Strauß, der im Auftrag der Landesregierung für die Wildtiererfassung zuständig ist. Auch für das laufende Jahr erwartet der Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine positive Entwicklung. Um den Vögeln langfristig gute Lebensbedingungen zu bieten, braucht es aus Sicht des Wildbiologen aber Veränderungen. "Entscheidend wird sein, dass wir in der Agrarlandschaft viele Blühstreifen und Blühflächen kriegen, die Lebensraum für die Wildtiere der Agrarlandschaft sind." Genaue Angaben zur Zahl der Fasane sind Strauß zufolge schwierig. Grundlage für die Einschätzung der Entwicklung sind die Jagdstrecken.

Aus Sicht des Wissenschaftlers ist ein Grund für die positive Entwicklung des Fasanenbestands das trockene und warme Wetter. Bei nasskalter Witterung werden Küken krankheitsanfälliger und haben schlechtere Überlebenschancen. Positiv hat sich Strauß zufolge wahrscheinlich auch die hohe Zahl an Mäusen ausgewirkt. Er geht davon aus, dass Greifvögel dadurch ein großes Nahrungsangebot hatten und mitunter keine Jagd mehr auf Fasanenküken machten.

Der Fasanenbestand war im Jahr 2008 deutlich eingebrochen und in den Folgejahren - mit Schwankungen - weiter gesunken. Die Tierärztliche Hochschule Hannover untersuchte daraufhin in mehreren Projekten die Lebensbedingungen der Fasane. Dabei fanden die Wissenschaftler unter anderem heraus, dass sich Fasanenhennen mit ihren Küken in der Mitte von Getreidefeldern aufhalten, wo die Jungtiere mitunter nicht genug Futter finden, wie der Biologe Ulrich Voigt sagte. In den ersten Wochen brauchen die kleinen Vögel tierisches Eiweiß, sie fressen vor allem Insekten, deren Larven und Puppen. Unterernährte Tiere sind Voigt zufolge weniger abwehrstark gegen Krankheitserreger, ihre Überlebenschance sinkt. Aktuell untersucht Voigt in einem Projekt, wie die Landschaft aufgewertet werden muss, um die Lebensbedingungen für Fasane und anderes Niederwild dauerhaft zu verbessern. "Wenn es ein Problem in der Ernährungssituation des Fasans gibt, wird das auch andere Agrarvögel betreffen", sagte Voigt.

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