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Niedersachsen & Bremen Zahl der Lotto-Annahmestellen in Niedersachsen konstant

Eine Frau füllt einen Lottoschein aus. Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild

(Foto: Swen Pförtner/dpa/Archivbild)

Ein paar Zahlen tippen und auf das große Glück hoffen: Jeder Lottospieler in Niedersachsen gab 2019 im Durchschnitt 90,40 Euro aus. Die meisten geben zwar ihre Scheine noch anonym im Laden ab, doch Lotto will auch bei einem neuen Trend mitmischen.

Hannover (dpa/lni) - Die Zahl der Lotto-Annahmestellen in Niedersachsen ist in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. Landesweit gab es zum Jahreswechsel 2157 Annahmestellen, fünf Jahre zuvor waren es 2186. Eine Fluktuation ergebe sich vorwiegend aufgrund der allgemeinen Entwicklung des Einzelhandels im Bereich Tabakwaren und Zeitschriften, sagte Lotto-Sprecherin Petra-Kristin Bonitz in Hannover. Ziel sei es, das breit gefächerte Annahmestellennetz konstant zu halten. Lotto bemühe sich auch um neue Stellen in Regionen mit Bedarf. Dagegen verzeichnete zum Beispiel Baden-Württemberg einen Rückgang der Läden, in denen Spieler ihre Tippscheine abgeben können.

Die Spieleinsätze zwischen Harz und Nordsee lagen im vergangenen Jahr bei 722 Millionen Euro, vier Millionen weniger als 2018. Jeder Tipper gab damit durchschnittlich 90,40 Euro aus. Die überwiegende Mehrheit der Kunden sei im mittleren Alter und spiele anonym in den Annahmestellen, erläuterte die Sprecherin. Allerdings wachse der Anteil der Online-Tipper, die im Durchschnitt jünger seien. Das Online-Angebot solle ausgebaut werden. Die Internet-Lottospieler müssen sich registrieren lassen und nachweisen, dass sie über 18 Jahre alt sind.

2019 wurden landesweit rund 349 Millionen Euro Gewinne ausgeschüttet. Ein Spieler aus der Region Hannover knackte den Lotto-Jackpot und erhielt 15,3 Millionen Euro - dies war die höchste Summe. 109 Mal konnten sich Tipper über Gewinne von mindestens 100 000 Euro freuen. Auch das Land profitiert vom Glücksspiel - etwa 293 Millionen Euro zahlte Lotto Niedersachsen als Steuern oder Abgaben.

Die Geschäftsführer von Lotto Niedersachsen, Axel Holthaus und Sven Osthoff, halten die aktuelle deutsche Glücksspielregulierung für zukunftsfähig, auch in der digitalen Welt. Eine weitere Liberalisierung dürfe es nicht geben, vielmehr müssten illegale Online-Angebote effektiver bekämpft werden, sagten die Lotto-Chefs. Zu der Verständigung der Länder in dieser Woche, Online-Casinos unter Auflagen zu erlauben, wollten sie sich zunächst nicht äußern, da es sich um einen Entwurf handele. Nach den Plänen soll es unter anderem eine Einzahlungsgrenze für Spieler von 1000 Euro monatlich geben.

Niedersachsen hatte in der Vergangenheit den Standpunkt vertreten, dass Online-Glücksspiel in Deutschland verboten bleiben sollte. Derzeit gewährt nur das Land Schleswig-Holstein eine Ausnahme. Wie aus dem Jahresreport der Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder hervorgeht, lagen die Bruttospielerträge 2018 bundesweit bei 13,9 Milliarden Euro, wobei etwa 19 Prozent unerlaubt erwirtschaftet wurden. Seit Jahren bieten illegale Anbieter mit Sitz im Ausland Online-Casino, Online-Poker und auch Zweitlotterien über das Internet an. Sie betreiben bisher anders als die 16 Landeslotteriegesellschaften keinen Spieler- und Jugendschutz.

Sportwetten-Anbieter sind in Deutschland derzeit geduldet, verboten sind aber zum Beispiel Live-Wetten, die ein sehr hohes Suchtrisiko besitzen. Lotto Niedersachsen hat das Angebot der staatlichen Sportwette Oddset mit Beginn 2020 eingestellt. Ihr Marktanteil habe zuletzt auch nur noch ein bis zwei Prozent des deutschen Sportwettenmarktes ausgemacht, hieß es. Die Fußballwette Toto sei dagegen weiterhin im Portfolio - seit mehr als 70 Jahren.

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