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Nordrhein-Westfalen BGH: Waldbauern wehren sich gegen ausgewilderte Wisente

Wisente stehen in ihrem Gehege. Foto: Bernd Thissen/Archivbild

(Foto: Bernd Thissen/dpa)

Karlsruhe/Bad Berleburg (dpa/lnw) - Die einzige freilebende Wisent-Herde in Deutschland bringt seit Jahren Waldbauern im nordrhein-westfälischen Rothaargebirge gegen sich auf. Nun könnte Bewegung in den festgefahrenen Streit kommen. Heute treffen Artenschützer und Waldbesitzer vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe aufeinander. Das Urteil wird möglicherweise gleich am Verhandlungstag verkündet. (Az. V ZR 175/17 u.a.)

Die 2013 bei Bad Berleburg (Kreis Siegen-Wittgenstein) ausgewilderten Tiere haben inzwischen ihr Revier deutlich ausgeweitet. Den Forstwirten sind sie ein Dorn im Auge, weil sie den Buchen die Rinde abfressen. Eine Entschädigung reicht ihnen nicht. Sie klagen, weil sie die Wisente gar nicht auf ihrem Grund haben wollen.

Entspannung soll eigentlich ein im März ausgehandelter Kompromiss bringen. Er sieht vor, dass die Wisente auf einem umzäunten Gebiet leben sollen, bis über das Schicksal der Herde entschieden ist. Darauf wollen sich die klagenden Waldbauern aber nicht verlassen.

Die größten Landsäuger Europas waren in Deutschland lange ausgerottet. Das Projekt sollte die Wisente wieder heimisch machen.

Ankündigung des BGH

Urteil des OLG Hamm vom 29. Mai 2017

OLG-Mitteilung zu der Entscheidung

Urteil des LG Arnsberg vom 16. Oktober 2015

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