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Nordrhein-WestfalenBelastete Böden: Erste Anklage erhoben

12.03.2026, 12:23 Uhr
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Im Kofferraum Bargeld und Gold, auf dem Gelände tonnenweise belastete Böden: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen bandenmäßigen Betrugs.

Recklinghausen (dpa/lnw) - Im Komplex um die illegale Entsorgung belasteter Böden hat die Staatsanwaltschaft Dortmund Anklage gegen einen 63-Jährigen erhoben. Der Mann aus Unna sitze seit vergangenem Oktober in Untersuchungshaft, teilte die Behörde mit. Er sei bereits wegen Umweltdelikten vorbestraft.

Den Ermittlern zufolge hatte er mit einem Speditions- und Entsorgungsunternehmen Entsorgungsaufträge für belastete Böden und gefährliche Abfälle übernommen, ohne die vereinbarten Leistungen ordnungsgemäß zu erbringen.

Die Anklage wirft ihm unerlaubten Umgang mit Abfällen, den Betrieb genehmigungspflichtiger Anlagen ohne Erlaubnis sowie banden- und gewerbsmäßigen Betrug vor.

Er soll belastete Böden und andere Abfälle umdeklariert, mit unbelastetem Material vermischt und an nicht zugelassenen Orten am Niederrhein in Selfkant und Kamp-Lintfort abgelagert haben. Zugleich sei Auftraggebern und Behörden eine ordnungsgemäße Entsorgung vorgetäuscht worden.

700 Lkw-Ladungen

Nach Erkenntnissen der Ermittler wurden auf einem Betriebsgelände in Bottrop noch vor der Genehmigung einer Anlage mehr als 700 Lkw-Ladungen Bodenmaterial umgeschlagen.

Rund 23.000 Tonnen belasteter Böden sollen ohne Genehmigung auf ein Gelände im Selfkant (Kreis Heinsberg) gebracht worden sein. Die Entsorgung der mutmaßlich stark belasteten Materialien dürfte nach Angaben der Staatsanwaltschaft mindestens 1,3 Millionen Euro kosten.

Darüber hinaus sollen etwa 24.000 Tonnen belasteter Boden zu Tagebauen in Kamp-Lintfort transportiert worden sein. Der mutmaßliche Schaden liege bei mehr als 360.000 Euro.

Bei Durchsuchungen im Oktober 2025 fanden Ermittler im Kofferraum eines Autos, das der Beschuldigte nutzte, mehr als 120.000 Euro Bargeld, rund 200 Gramm Gold sowie weitere Wertgegenstände. Die Staatsanwaltschaft beantragte deren Einziehung. Das Landgericht Dortmund muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Quelle: dpa

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