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Nordrhein-Westfalen Biesenbach appelliert an Pädokriminelle: "Stellen Sie sich"

NRW Justizminister Peter Biesenbach (CDU) ruft Pädokriminelle auf, sich selbst anzuzeigen. Foto: David Young/dpa/Archivbild

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) ruft Pädokriminelle auf, sich selbst anzuzeigen, um missbrauchten Kindern wenigstens die Aussage im Prozess zu ersparen. Seine Botschaft an die Täter sei: "Wir sind Euch auf den Fersen, und jeden Tag kommen wir einer weiteren Identifizierung einen Schritt näher", sagte Biesenbach der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

"Ich möchte aber die Hoffnung nicht aufgeben, dass sich auch Täter der Schrecklichkeit ihres Tuns bewusst werden und fordere diese auf, sich den Ermittlungsbehörden zu stellen." Schließlich sollte für die Opfer von Kindesmissbrauch die Therapie im Vordergrund stehen und nicht der belastende Auftritt als Zeuge in einem Strafverfahren. "Wenn Sie noch irgendetwas für die betroffenen Opfer tun wollen, kommen sie umgehend, bevor Staatsanwaltschaft und Polizei zu Ihnen kommen", ermahnte Biesenbach die Täter.

NRW wird seit Monaten von großen Missbrauchskomplexen erschüttert: Nach dem jahrelangen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im lippischen Lügde ziehen nun Ermittlungen gegen einen großangelegten Kinderporno-Tauschring bundesweit immer weitere Kreise, die in Bergisch Gladbach ihren Ausgangspunkt hatten. Dass über 1800 Tatverdächtige in diesem Ring Bilder des Missbrauchs auch kleinster Kinder geteilt und teilweise eigene Kinder angeboten hätten, mache ihn fassungslos, sagte Biesenbach. Mit der Zentralstelle Cybercrime und Künstlicher Intelligenz werde NRW alles tun, um das Dunkelfeld auszuleuchten und die Strafverfolgung zu beschleunigen.

Von einer Selbstanzeige würden auch Täter profitieren, erläuterte das Justizministerium. Wer bei der Aufklärung oder Verhinderung schwerer Straftaten helfe, habe ein niedrigeres Strafmaß zu erwarten.

Am Mittwoch wird Biesenbach in nichtöffentlicher Sitzung im Rechtsausschuss des Landtags zu dem Ermittlungskomplex Stellung beziehen. Wegen Versäumnissen bei ihren Ermittlungen gegen einen Soldaten, der den Missbrauch seiner Kinder gestanden hatte, steht die Staatsanwaltschaft Kleve in der Kritik.

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