Regionalnachrichten

Nordrhein-Westfalen Bischöfe warnen vor Nachteilen von "Alexa" und "Siri"

Google Home und Amazon Echo sind ausgestattet mit den Sprachassistenten Google Assistant und Alexa. Foto: Britta Pedersen/zb/dpa/Archivbild

(Foto: Britta Pedersen/zb/dpa/Archivbild)

Köln (dpa/lnw) - Zwei katholische Bischöfe haben in ihren Weihnachtspredigten vor überzogenen Erwartungen an digitale Alltagsassistenten wie "Alexa" und "Siri" gewarnt. ""Alexa", "Siri" und andere Maschinen erzählen uns Witze, unterhalten sich mit uns und kaufen für uns ein", sagte etwa der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki nach vorab verbreitetem Redemanuskript in seiner Weihnachtspredigt im Kölner Dom. "Humanoide Roboter können bereits streicheln, lachen und weinen, um uns menschliche Nähe zu suggerieren." Dies sei aber letztlich eine Illusion: "Dahinter stehen schlicht rationale Algorithmen, die menschliches Verhalten imitieren und Realität und Suggestion verschwimmen lassen."

Eine solche Kommunikation und Begegnung beschneide Menschen ihrer personalen Würde, "weil es letztlich eine anonyme und entmenschlichte Kommunikation ist", warnte der Chef des größten deutschen Bistums. "Wir sind mehr als Mr. Data, dieser irgendwie sympathische Humanoide in der TV-Serie "Star Trek"." Die Digitalisierung habe zwar viele gute Seiten, aber das Weihnachtsfest erinnere daran, dass echte menschliche Nähe durch nichts zu ersetzen sei.

Auch der Münsteraner Bischof Felix Genn sprach in seiner Predigt in der Christmette über künstliche Intelligenz. Die Digitalassistentin "Alexa" vermittle den Menschen das Gefühl, über alles verfügen zu können. Zugleich müsse man sich aber klar machen, dass man durch die Nutzung solcher Apparate für die dahinter stehenden Firmen immer gläserner und durchschaubarer werde. "Ich, der ich so viel bestimmen kann, werde schließlich selbst bestimmt und verliere auf unmerkliche Weise meine Freiheit", warnte Genn.

Newsticker