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Nordrhein-Westfalen Details zu schärferen Corona-Vorgaben in NRW erwartet

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, nimmt im Landtag seine Maske ab. Foto: Oliver Berg/dpa

(Foto: Oliver Berg/dpa)

Wie viele Zuschauer dürfen noch zum Fußball ins Stadion? Gilt eine 2G-Regel bei Großveranstaötungen - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - oder wird auch noch ein aktueller Test vorgeschrieben? Die Landesregierung hat bei der neuen Corona-Schutzverordnung Spielraum.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach der Ankündigung von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), die Bund-Länder-Corona-Beschlüsse schnell umzusetzen, werden mit Spannung Details der schärferen Corona-Schutzmaßnahmen im bevölkerungsreichsten Bundesland erwartet. Bund und Länder hatten sich am Donnerstag auf eine Reihe von bundesweit einheitlichen Maßnahmen wie eine 2G-Regelung im Einzelhandel verständigt. Mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf - wie Supermärkte - dürfen dann nur noch Geimpfte oder Genesene in Läden. Bei einigen Regelungen haben die Bundesländer einen Entscheidungsspielraum.

"Wir haben ein umfangreiches Paket beschlossen, um die vierte Welle zu brechen. #NRW wird es zeitnah & konsequent umsetzen", kündigte Wüst (CDU) in einem Tweet am Donnerstagabend an. Ab wann genau die neuen verschärften Maßnahmen gelten werden, blieb zunächst noch unklar. An der neuen Corona-Schutzverordnung wurde am Donnerstagnachmittag laut NRW-Gesundheitsministerium noch gearbeitet. Sie wird Startpunkt und Details wichtiger Punkte regeln.

VERANSTALTUNGEN: Die Bund-Länder-Runde mit Wüst hat eine deutliche Reduzierung der Zuschauerzahl für überregionale Sport-, Kultur- und ähnliche Großveranstaltungen beschlossen. Künftig sollen maximal 30 bis 50 Prozent der Platzkapazität genutzt werden dürfen. In Innenräumen dürfen es aber höchstens 5000 Besucher und im Freien höchstens 15.000 sein. Volle Fußballstadien wie am vergangenen Wochenende beim Spiel des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach wird es damit vorerst nicht mehr geben. Das hatte Wüst schon deutlich gemacht. Am Wochenende könnte die neue Vorgabe das Spitzenspiel Dortmund-Bayern betreffen. Der Tabellenzweite der Bundesliga teilte bereits mit, dass für die Partie in Dortmund an diesem Samstag nur die maximal erlaubten 15.000 Eintrittskarten verkauft würden.

SPD-Landeschef Thomas Kutschaty gehen die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Auslastung von Fußballstadien nicht weit genug. "In der aktuellen Situation sollten wir alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen treffen. Und da sind mir 15.000 Zuschauer bei einem Spiel zwischen Dortmund und Bayern, die in U-Bahnen und Straßenbahnen anreisen, einfach noch zu viel", sagte Kutschaty dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Städtetagsvorsitzender Pit Clausen (SPD) sagte der "Rheinischen Post" (Freitag): "Wir können uns auch die komplette Absage von Veranstaltungen im Karneval vorstellen. Auch Bundesligaspiele ohne Publikum im Stadion sind eine Option."

KONTAKTE: Private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum, an denen nicht geimpfte und nicht genesene Menschen teilnehmen, sind dem Beschluss zufolge auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Menschen eines weiteren Haushaltes zu beschränken. Kinder bis zum Ende des 14. Lebensjahres sind ausgenommen. Ehegatten, Lebenspartner und Partnerinnen beziehungsweise Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten auch ohne gemeinsamen Wohnsitz als ein Haushalt. Die Regelung gilt nicht für private Zusammenkünfte, an denen ausschließlich Geimpfte und Genesene teilnehmen.

REGIONALE MASSNAHMEN MÖGLICH: In Kreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 350 soll bei privaten Feiern und Zusammenkünften eine Teilnehmergrenze von 50 Personen (Geimpfte und Genesene) in Innenräumen und 200 Personen (Geimpfte und Genesene) im Außenbereich gelten. Vereinbart wurde ferner, dass Clubs und Diskotheken bei hohen Corona-Infektionszahlen wegen des Ansteckungsrisikos geschlossen werden müssen. Dies gilt spätestens ab einer Inzidenz von 350 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

SILVESTER: Der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester wird in diesem Jahr - wie schon im vergangenen - verboten sein. Auf besonders publikumsträchtigen Plätzen soll es zudem ein Feuerwerksverbot geben. Einige Städte in Nordrhein-Westfalen wie Düsseldorf hatten bereits ein Böllerverbot für bestimmte Bereiche verkündet.

IMPFEN: Um das Impfen zu beschleunigen, dürfen künftig auch Zahnärzte, Apotheker und Pflegefachkräfte den Corona-Impfstoff spritzen. Viele Apotheken starten nach Verbandsangaben mit den Vorbereitungen. Es gebe erste Hinweise, dass die Apotheken ab Januar in das reguläre Impfgeschehen mit einbezogen werden sollen - zunächst begrenzt bis zum Jahresende 2022, sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis. Im Rheinland gebe es 500 Apotheken mit über 1000 geschulten Apothekerinnen und Apothekern, die impfberechtigt seien. Mehr als 200 Apotheken in Westfalen-Lippe wären laut ihrem Verband in der Lage, zeitnah Auffrischungsimpfungen vorzunehmen.

© dpa-infocom, dpa:211202-99-231702/6

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