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Nordrhein-Westfalen Dortmund bleibt SPD regiert: Westphal gewinnt Stichwahl

Thomas Westphal (SPD, l), Oberbürgermeisterkandidat, und Nadja Lüders (SPD, M), Generalsekretärin NRW-SPD, jubeln. Foto: Jonas Güttler/dpa

(Foto: Jonas Güttler/dpa)

Aufatmen bei der SPD: Bei den Stichwahlen in Dortmund konnte sich ihr Kandidat Thomas Westphal als Oberbürgermeister der einstigen "Herzkammer der Sozialdemokratie" durchsetzen. CDU-Herausforderer Andreas Hollstein unterlag trotz grüner Unterstützung.

Dortmund (dpa/lnw) - Bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister hat sich in einem knappen Rennen in Dortmund der SPD-Kandidat Thomas Westphal durchgesetzt. Er gewann am Sonntag mit 52 Prozent der Stimmen die Stichwahl mit nur 4 Prozentpunkten Vorsprung auf seinen Herausforderer Andreas Hollstein von der CDU. Er freue sich riesig über das Ergebnis, sagte Westphal am Sonntag im Rathaus der größten Ruhrgebietsstadt. Es habe sich gezeigt, dass Fairness, Sicherheitsorientierung und Verlässlichkeit in der Stadt gefragt seien und gewinnen, sagte Westphal unter dem Jubel der anwesenden Genossen.

Das Duell in der jahrzehntelangen SPD-Hochburg Dortmund war mit Spannung verfolgt worden: Der CDU-Mann Andreas Hollstein hatte im ersten Wahlgang zwar rund zehn Prozentpunkte Abstand zum führenden Westphal. Doch die in Dortmund deutlich gestärkten Grünen - im ersten Wahlgang noch mit eigener Kandidatin - hatten für diesen Sonntag eine Wahlempfehlung für Hollstein ausgesprochen und mit ihrem Wunsch nach einem Politikwechsel im Rathaus begründet.

Der CDU-Mann, bislang Bürgermeister in Altena im Sauerland, wurde bundesweit bekannt, als er sich in der Flüchtlingskrise dafür einsetzte, mehr Asylbewerber aufzunehmen. Er war in der Folge von einem psychisch Kranken mit einem Messer attackiert worden.

Der landesweit durch Verluste gebeutelten SPD gelang an diesem Sonntag in Dortmund auch ein wichtiger symbolhafter Sieg: Seit 1946 stellen die Genossen in der größten Ruhrgebietsstadt den Oberbürgermeister und waren dort lange ungeschlagen bei Bundestags- oder Landtagswahlen. Mit dem Verschwinden von Kohle und Stahl gehören Wahlergebnisse von mehr als 50 Prozent aber auch dort der Vergangenheit an.

Bei den Ratswahlen vor zwei Wochen konnte die SPD ihre Position als stärkste Kraft mit knapp 30 Prozent der Stimmen ebenfalls verteidigen. Die Grünen folgten als zweitstärkste Kraft mit 24,8, dann die CDU mit einem Stimmenanteil von 22,5 Prozent. Dortmund ist mit rund 588 000 Einwohnern die größte Stadt im Ruhrgebiet. Jetzt sei es seine Aufgabe, stabile Mehrheiten zu organisieren, sagte Westphal.

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