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Nordrhein-Westfalen Drohender Impfstoff-Verfall: Bitte an Kommunen

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Im Zentrallager des Landes Nordrhein-Westfalen für Corona-Impfstoff droht der Verfall von bis zu knapp 178.000 Dosen in den kommenden beiden Monaten. Die Kreise und kreisfreien Städten seien bereits aufgefordert worden, Impfstoff für die kommunalen Impfangebote vorerst vom Land zu beziehen statt neue Dosen beim Bund zu bestellen, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf Anfrage. Außerdem wolle das Land erneut auf den Bund zugehen, um Möglichkeiten für eine weiteren Impfstoff-Rücknahme auszuloten. Zuletzt seien im April 134.700 Dosen des Impfstoffes der Firma Moderna aus dem Zentrallager an den Bund zurückgegeben worden.

Die "Westfälischen Nachrichten" (Münster, Freitag) hatten zuvor berichtet, dass das Land auf Zehntausenden Dosen des Impfstoffs von Novavax sitzenbleibe. Dabei gehe es um 149.550 Dosen im Zentrallager, die am 31. Juli verfallen würden. Außerdem lagerten dort 28.080 Dosen des Biontech-Impfstoffs ab 12 Jahre, die am 30. Juni verfallen würden. Bei der dritten und kleinsten Position von 1410 Dosen Biontech-Impfstoff ab 12 Jahre ist das Verfallsdatum nach einer Übersicht des Gesundheitsministeriums der 30. September.

Im Landeslager mussten nach Ministeriumsangaben wegen Überschreitung des Verfallsdatums seit Beginn der Impfkampagne 2420 Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca, 480 Dosen von Moderna und 1230 Dosen Biontech-Impfstoff entsorgt werden. Das Landeslager dient seit längerem nur noch als Notfallreserve zur Überbrückung von Engpässen.

Der Bund beliefert die kommunalen Impfstellen und die Hausärzte direkt über Großhandel und Apotheken. Deshalb könne keine Zahl für das gesamte Bundesland NRW zur Zahl der verfallenen Impfdosen genannt werden, erklärte das Ministerium. Hamburg hatte jüngst eine Zahl veröffentlicht: Wegen Überlagerung mussten in dem Stadtstaat seit dem Beginn der Corona-Impfungen mehr als 100.000 Impfdosen vernichtet werden.

Nach Angaben des Hausärzteverbandes Nordrhein sind Corona-Impfungen Teil des Tagesgeschäftes geworden. Die Praxen würden in der Regel keine extra Impftermine mehr vergeben. Sicherlich würden auch viele Dosen verworfen, weil sie nicht verbraucht werden, sagte der Vorsitzende des Verbandes, Oliver Funken. Der Impfstoff von Novavax sei nur minimalst angenommen worden. Dass man auf einen sogenannten Totimpfstoff wie bei anderen Schutzimpfungen warte, sei offenbar bei vielen lediglich ein vorgeschobenes Argument gewesen, sagte Funken.

Quelle: dpa

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