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Nordrhein-Westfalen Erntehelfer haben mehr Mut, Missstände anzuprangern

Ein Erntehelfer pflückt in einem Obstbaubetrieb Kirschen der Sorte

(Foto: Daniel Bockwoldt/dpa)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach Corona-Ausbrüchen in einigen landwirtschaftlichen Betrieben rücken auch die Arbeitsbedingungen von Erntehelfern in den Fokus. "Dieses Jahr macht sich jeder Sorgen, krank zu werden. Die Menschen haben deswegen mehr Mut, nach außen zu transportieren, wie schlecht es bisher war", sagte die Gewerkschafterin Catalina Guia vom Beratungsprojekt "Arbeitnehmerfreizügigkeit fair gestalten". Im Juli wurden Corona-Ausbrüche in Swisttal bei Bonn und in Mamming in Niederbayern bekannt.

Den Vorwurf, es gebe flächendeckend schlechte Arbeitsbedingungen bei Sonderkulturbetrieben - also beispielsweise in der Spargel- und Erdbeerindustrie - weist Marion von Chamier vom Arbeitgeberverband der Westfälisch-Lippischen Land- und Forstwirtschaft zurück. "Es kann immer ein paar schwarze Schafe geben, aber solche Fälle sind mir überhaupt nicht bekannt."

Im Mai haben Gesundheitsämter 250 landwirtschaftliche Betriebe und Unterkünfte von 5800 Saisonarbeitern auf Einhaltung der Hygieneschutzmaßnahmen kontrolliert. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Anfang Juli zufolge gab es in 170 Fällen Kritik vom Amt - manchmal fehlten das Desinfektionsmittel oder die Einmalhandtücher, in einem Fall waren zwei Saisonarbeiter in einem Lkw-Anhänger untergebracht. Einige Betriebe erhielten aber auch das Prädikat "sehr vorbildlich".

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