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Nordrhein-Westfalen Foto-Aufträge mit Bestechung verschafft: Bewährungsstrafen

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Für lukrative Schul-Fotoaufträge gewährt ein Unternehmer aus Gelsenkirchen Lehrern und Direktoren Geldleistungen. Ein Geständnis sichert ihm eine Bewährungschance.

Bochum (dpa/lnw) - Der ehemalige Geschäftsführer und ein Vertriebsleiter eines Gelsenkirchener Foto-Unternehmens sind vom Bochumer Landgericht wegen Bestechung und Steuerhinterziehung zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die 64 und 45 Jahre alten Angeklagten hatten im Prozess gestanden, sich ab 2012 zahlreiche lukrative Foto-Aufträge von Schulen im ganzen Ruhrgebiet gesichert zu haben, indem sie Lehrern und Direktoren im Gegenzug Geldleistungen oder Gutscheine zukommen ließen. Die Bestechungssummen flossen entweder in bar an die Eltern zurück oder in Form von Spenden an den Förderverein der jeweiligen Schule. Kein Lehrer oder Direktor hat sich aus Sicht der Richter jemals persönlich bereichert.

"Korruption zu bekämpfen, ist ein lohnendes Ziel", sagte der Vorsitzende Richter Michael Rehaag in der Urteilsbegründung. Man müsse in diesem Fall nach dem Motto "Wehret den Anfängen" vorgehen. Dem Urteil liegt eine offizielle Verständigung zwischen Gericht, Verteidigung und Staatsanwaltschaft zugrunde. Dennoch haben die Angeklagten noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einzulegen.

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