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Nordrhein-Westfalen Gericht verurteilt 16-Jährigen nach Auftritt als Polizist

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

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Bonn (dpa/lnw) - Nach einem dreisten Auftritt als falscher Polizeibeamter hat das Bonner Landgericht einen 16-Jährigen zu anderthalb Jahren Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn war lang und umfasste Amtsanmaßung, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, Diebstahl und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Das Urteil fiel am Dienstag.

Der Schüler hatte im Februar einen Autofahrer im Bonner Stadtteil Holzlar kurz vor Mitternacht angehalten. Dabei gab er sich als Polizeibeamter aus und verlangte Führer- sowie Fahrzeugschein. Zudem forderte er den Mann auf, auszusteigen und in eine nahe Pizzeria zu gehen. Der 38-Jährige folgte den Anweisungen - als er sah, wie der junge Mann mit seinem Wagen davonfuhr, dämmerte ihm, dass er betrogen worden sein könnte.

Polizisten - in diesem Fall echte - entdeckten den Autodieb schließlich und verfolgten ihn. Eine Kollision mit einem anderen Auto in Sankt Augustin beendete die Flucht. Der Angeklagte hatte damals eine Promille im Blut. Zudem soll er unter Einfluss von Drogen gestanden haben.

Insgesamt wurden im Prozess zwölf Anklagen - darunter auch Raub und versuchte Erpressung - verhandelt. Davon wurden fünf nach einem umfassenden Geständnis ad acta gelegt. Laut Urteil hatte der Angeklagte sämtliche Taten "nicht aus rationalen Gründen verübt." Sondern "einfach nur, weil er Spaß haben wollte".

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