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Nordrhein-Westfalen Jeder achte junge Polizist hat ausländische Wurzeln

Polizisten stehen hinter einem Absperrband. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Archivbild

(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/ZB/dpa)

Sie kennen sich in anderen Kulturen aus und sprechen fremde Sprachen: Die Zahl der angehenden Polizisten mit Migrationshintergrund ist seit Jahren stabil. Mehr als jeder zehnte Jung-Polizist fällt darunter. Die Polizeigewerkschaft findet die Kollegen mit Spezialwissen gut.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Mehr als jeder achte angehende Polizeibeamte in Nordrhein-Westfalen hat ausländische Wurzeln. Im vergangenen Jahr hatte von den 2300 Polizisten in Ausbildung 306 einen Migrationshintergrund, teilte das NRW-Innenministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. Dies entspreche bei den Einstellungen einer Quote von 13,3 Prozent. 2017 war bei gleichgebliebenen Neueinstellungen die Zahl mit 305 fast identisch.

In den Jahren 2015 und 2016 lag der Anteil der Polizeianwärter mit ausländischen Wurzeln jeweils bei knapp 12 Prozent. Als Menschen mit Migrationshintergrund gelten Ausländer, eingebürgerte Deutsche, Spätaussiedler und Bewerber mit einem oder beiden ausländischen Eltern.

Gesucht seien junge Männer und Frauen, die für Recht und Gesetz einstünden. Menschen ohne und mit Migrationshintergrund seien gleichermaßen willkommen, erklärte das Ministerium. "Mehrsprachigkeit und kulturelle Diversität sind ein Mehrwert für die NRW-Polizei." Wie viele eingestellt würden, liege am Ende daran, wie viele sich bewerben und für den Polizeiberuf qualifizieren. Die Gesamtzahl der Ausländer oder Beamten mit ausländischen Wurzeln bei der Polizei werde nicht gesondert erfasst, teilte das Ministerium mit. NRW hat 42 000 Polizisten.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte den Einsatz von Beamten ausländischer Herkunft. "Die Polizei ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, und deshalb ist es auch gut, dass wir Polizisten mit Migrationshintergrund haben", sagte der NRW-GdP-Vorsitzende Michael Mertens. Sie brächten zusätzliches Erfahrungswissen aus anderen Ländern mit, könnten Konfliktsituationen teils besser verstehen und zur Deeskalation beitragen.

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