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Nordrhein-Westfalen LKA: 114 Verfahren wegen Menschenhandels und Ausbeutung

In Westen gekleidete Polizisten stehen in der Stadt. Foto: Silas Stein/Archivbild

(Foto: Silas Stein/dpa)

Die Zahl der registrierten Strafverfahren zu Menschenhandel und Ausbeutung ist 2018 in NRW zwar gestiegen, gibt vermutlich aber immer noch nur einen Ausschnitt der bitteren Realität wieder. Denn viele sexuell ausgebeutete Opfer melden sich nicht bei der Polizei.

Düsseldorf (dpa/lnw) - In Nordrhein-Westfalen gab es im vergangenen Jahr 114 Verfahren wegen Menschenhandels und Ausbeutung. Rund 28 Prozent mehr als 2017. Das geht aus einem jetzt veröffentlichten Lagebild des Landeskriminalamts (LKA) hervor.

Die Dunkelziffer ist mutmaßlich wesentlich höher. So schreiben die Ermittler im Vorwort des Lagebilds, dass es "ausschließlich die den Strafverfolgungsbehörden bekannt gewordenen Fälle" darstelle. Es spiegele "somit nur einen Teil der tatsächlichen Kriminalität in diesen Deliktsbereichen wider."

Laut dem Lagebild gab es 127 weibliche und nur zwei männliche Opfer. Alle wurden demnach sexuell ausgebeutet. Die Statistik würde zwar auch Arbeitsausbeutung mitzählen, davon gab es 2018 allerdings keinen einzigen Fall. Die meisten Opfer (48,5%) waren zwischen 18 und 25 Jahren alt, das jüngste 14, so das LKA.

Auf Täterseite wurden 154 Verdächtige gezählt. Neben 101 Männern waren darunter 40 Frauen (der Rest blieb unbekannt). "Die Mehrzahl der Frauen war als Anwerberin und Ausbeuterin tätig", so das LKA. Bei den Männern kam es 2018 in drei Fällen zur sogenannten "Loverboy-Methode", bei der die Verdächtigen ihren jungen Opfern eine Liebesbeziehung vorspielten, um sie in die Prostitution zu treiben.

Lagebild des LKA

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