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Nordrhein-Westfalen Landesregierung: Stehtische auf Weihnachtsmärkten erlauben

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

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Feiern hatten zuletzt die Ausbreitung des Coronavirus wieder beschleunigt. Die NRW-Regierung will deshalb strengere Auflagen für Privatveranstaltungen im öffentlichen Raum. Auf dem Weihnachtsmarkt soll hingegen das Glühweintrinken auch an Stehtischen möglich sein.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Landesregierung will Stehtische auf den Weihnachtsmärkten in Nordrhein-Westfalen erlauben. "Wir werden bei den Weihnachtsmärkten Stehtische statt wie bislang ausschließlich Sitzplätze gestatten", sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) der "Rheinischen Post" ("RP", Dienstag) auf die Frage nach einer Anpassung in der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes. Es gehe um Weihnachtsmärkte unter Corona-Bedingungen, "weil wir am Ende nicht wollen, dass nach der Pandemie unsere Innenstädte leer stehen und alle nur noch beim Onlinehändler kaufen", unterstrich Laumann. Man werde die Stände auseinanderziehen müssen. Zudem müssten die Betreiber von Glühweinständen auf Abstände und Nachverfolgung achten.

Unmittelbar vor den Bund-Länder-Gesprächen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie kommt am Dienstagmittag (12.30 Uhr) in Düsseldorf die Landesregierung zusammen. Thema der Kabinettssitzung dürfte die Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung für NRW sein, die zum Donnerstag (1. Oktober) ausläuft. Laumann bekräftigte im "RP"-Interview, dass die Corona-Schutzverordnung auch mit Blick auf größere Feiern im öffentlichen Raum angepasst werde. "Geplant ist, dass Privatveranstaltungen im öffentlichen Raum zum Beispiel in angemieteten Räumen ab 50 Teilnehmern mit einer Gästeliste und einem Ansprechpartner beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen. Es kann nicht sein, dass wir hinter den Listen herlaufen müssen."

"Nach unseren Erkenntnissen sind die Superspreader auch nicht Veranstaltungen in den eigenen vier Wänden oder Feste in Restaurants und Gaststätten", erläuterte Laumann in der "RP". Da schauten die Wirte schon sehr genau hin, dass alles vorschriftsgemäß laufe. "Mich treiben Feste in angemieteten Sälen um, bei denen gar kein Wirt im Spiel ist. Wir haben Fälle, in denen wurde extra für ein bestimmtes Fest ein Raum als Veranstaltungsraum ausgewiesen. Da sitzen die Gäste dann nicht wie vorgesehen am Tisch und werden bedient, da haben Sie dann schnell auch mal einen Thekenbetrieb der nicht vorgesehen ist."

In einer Videoschaltkonferenz will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstagnachmittag (14.00 Uhr) mit den Ministerpräsidenten über Maßnahmen gegen die steigenden Infektionszahlen unter anderem etwa bei großen Familienfeiern debattieren. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will sich im Anschluss an die Bund-Länder-Beratungen am späten Dienstagnachmittag (voraussichtlich ab 17.00 Uhr) zu Ergebnissen und Maßnahmen der Landesregierung in der Staatskanzlei äußern.

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