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Nordrhein-Westfalen Ministerin fordert Systemwandel in der Schlachtbranche

Ursula Heinen-Esser (CDU) steht vor blauem Hintergrund. Foto: Henning Kaiser/dpa/Archivbild

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach dem erlaubten Neustart beim Schlachter Tönnies fordert Nordrhein-Westfalens Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) eine Kehrtwende. "Ein "Weiter so" kann und darf es nicht geben - zum Schutze der Menschen und zum Schutze der Tiere", sagte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf. "Wir müssen jetzt die Weichen neu stellen und vom Stall bis zur Ladentheke neujustieren."

Wenn der Ausfall eines Glieds reiche, die ganze Kette ins Stocken zu bringen, sei das System nicht gesund. "Dies muss ein Weckruf sein." Tönnies stelle allein etwa 40 Prozent der Schlachtkapazitäten in NRW. "Man muss sich auch mal angucken, ob wirklich im Akkord geschlachtet und zerlegt werden muss", sagte sie der dpa.

Rund vier Wochen nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück darf das Unternehmen an seinem Hauptstandort wieder schlachten. Die Stadtverwaltung Rheda-Wiedenbrück hob den angeordneten Produktionsstopp für die Schlachtung am Mittwoch mit sofortiger Wirkung auf. Damit kann das Unternehmen in Rheda-Wiedenbrück wieder Tiere von Landwirten annehmen und die Produktion schrittweise hochfahren.

Sie sei erleichtert, dass sich die angespannte Situation in den Ställen nun wieder auflösen lasse, sagte Heinen-Esser. Dennoch sei ein Systemwandel nötig. Kleinere, regionalisierte Kreisläufe, faire Preisgestaltung, Transparenz durch ein Tierwohlkennzeichnen und verantwortungsvoll handelnde Verbraucher seien entscheidend.

Durch den Produktionsstopp in Deutschlands größtem Schlachtbetrieb hatte sich ein Stau bei den Schweinemästern gebildet. Sie wurden ihre Tiere nicht los und in den Ställen wurde der Platz eng. Am Freitag beschäftigt sich der Landwirtschaftsausschuss des Landtags in einer Sondersitzung mit der Lage.

"Das Tierwohl ist meines Erachtens nicht gefährdet", sagte die Ministerin zur aktuellen Lage. "Unsere Veterinäre sind immer unterwegs und gucken sich das sehr genau an."

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