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Nordrhein-Westfalen NRW: Jeder sechste Vollzeitbeschäftigte ist Geringverdiener

Eine Frau hält einen 10-Euro-Schein und Münzen in der Hand. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

(Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild)

Düsseldorf (dpa/lnw) - Jeder sechste Vollzeitbeschäftigte in Nordrhein-Westfalen ist Geringverdiener und muss mit einem Bruttoarbeitsentgelt unter 2284 Euro auskommen. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Damit liegt der Anteil der Geringverdiener an den Vollzeitbeschäftigten in NRW etwas niedriger als im Bundesdurchschnitt.

Die Studie stützt sich auf Entgelt-Daten der Bundesagentur für Arbeit. Bundesweit zählten demnach 2020 rund 18,7 Prozent der Vollzeitbeschäftigten zu den Geringverdienenden, die weniger als zwei Drittel des mittleren monatlichen Bruttoarbeitsentgelts aller sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten verdienen. In Nordrhein-Westfalen lag der Anteil bei 17,1 Prozent.

Wie im gesamten Bundesgebiet war auch in NRW der Anteil der Geringverdienenden bei den Frauen mit 24 Prozent deutlich höher als bei den Männern mit 13,8 Prozent.

Doch gab es auch große regionale Unterschiede. Am niedrigsten war Anteil der Geringverdiener in bevölkerungsreichsten Bundesland der Studie zufolge in Bonn mit 11,1 Prozent, gefolgt von Leverkusen (13,1), Siegen-Wittgenstein (13,2) und Düsseldorf (13,4). Am höchsten war er in Kleve mit 23,6 Prozent, Viersen (22,7) und Recklinghausen (22,3). Die großen Ruhrgebietsstädte schnitten besser ab als der Landesdurchschnitt. So lag der Geringverdiener-Anteil in Essen bei 15 Prozent, in Duisburg bei 15,9 Prozent und in Dortmund bei 17,1 Prozent.

Bundesweit müssen der Studie zufolge vor allem Frauen, junge Vollzeitbeschäftigte, solche mit ausländischer Staatsangehörigkeit und Personen ohne Berufsabschluss überdurchschnittlich häufig mit geringen Löhnen auskommen. Nach wie vor ist außerdem der Anteil der Geringverdiener in Ostdeutschland deutlich höher als im Westen.

© dpa-infocom, dpa:220106-99-607559/2

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