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Nordrhein-Westfalen Nach fünf Coronavirus-Fällen in NRW weitere Testergebnisse

Das Gesundheitsamt in Heinsberg. Foto: Jonas Güttler/dpa

(Foto: Jonas Güttler/dpa)

Fünf Coronavirus-Fälle in NRW sind bestätigt. Die nachweislich Infizierten wohnen alle in der Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg. Ob sich weitere Menschen angesteckt haben, sollen Tests zeigen.

Düsseldorf/Heinsberg/Köln (dpa/lnw) - Haben sich auch Kindergartenkinder und Karnevalsbesucher infiziert? Nach fünf bestätigten Coronavirus-Fällen in Nordrhein-Westfalen werden an diesem Donnerstag zahlreiche weitere Testergebnisse von Kontaktpersonen der Infizierten erwartet. Dazu zählen Kindergartenkinder und Dutzende Teilnehmer einer Karnevalsveranstaltung.

Besonders im Fokus steht die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg, in der alle fünf bisher nachweislich Infizierten wohnen. Ein Ehepaar wird derzeit in der Uniklinik Düsseldorf behandelt, der 47 Jahre alte Mann befindet sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand. Auch bei einem Soldaten der Flugbereitschaft der Bundeswehr wurde das Virus nachgewiesen sowie bei einer Mitarbeiterin des schwer erkrankten 47-Jährigen und bei ihrem Lebensgefährten. Das geht aus Angaben des Kreises hervor.

Bei einem der Infizierten handelt es sich nach Angaben der Stadt Mönchengladbach um einen Arzt, der in der Stadt am Klinikum tätig ist. Nach bisherigen Erkenntnissen habe der Mediziner eine Karnevalsveranstaltung im Kreis Heinsberg besucht, auf der auch Kontaktpersonen des schwer erkrankten Mannes aus Gangelt anwesend gewesen sein sollen, teilte ein Stadtsprecher der Deutschen Presse-Agentur mit.

Gute Nachrichten gab es in der Nacht auf Donnerstag aus der Stadt Köln: Bei allen getesteten Patienten und Mitarbeitern der Uniklinik habe der Test keinen Nachweis auf Coronaviren ergeben. Der schwer erkrankte 47-Jährige aus Gangelt hatte sich im Februar zweimal in der Uniklinik zu ambulanten Untersuchungen zu einer anderen Erkrankung aufgehalten. Zehn Mitarbeiter der Uniklinik Köln und 31 Personen, die in den gleichen Wartezimmern gesessen haben, waren als mögliche Kontaktpersonen ermittelt worden. Für sie gilt weiterhin eine zweiwöchige Isolation.

Viele Blicke richten sich auf den Kindergarten, in dem die infizierte 46 Jahre alte Frau, die in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird, arbeitet. Alle Kinder der Einrichtung sollten untersucht werden. "Da werden jetzt die sogenannten Abstriche gemacht und wir werden irgendwann morgen wissen, ob Kinder infiziert sind oder nicht", hatte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch erklärt. Die Kinder aus der Einrichtung und deren Eltern seien gebeten worden, zu Hause zu bleiben. Der Kindergarten mit 65 Plätzen teilte mit, dass er bis 6. März geschlossen bleibe.

"Die Gemeinde Gangelt kristallisiert sich derzeit als Schwerpunkt der Covid-19-Infektionen im Kreis Heinsberg heraus", hatte die Verwaltung des Kreises am späten Mittwochabend mitgeteilt. Zur Eindämmung der Coronavirus-Fälle will der Krisenstab alle Besucher einer Karnevalsveranstaltung in der Gemeinde Gangelt im Nachhinein ermitteln. Der Kreis geht davon aus, dass an der Sitzung in einem Saal etwa 300 Besucher teilgenommen haben. Darunter soll auch das Ehepaar sein, das in der Uniklinik Düsseldorf behandelt wird.

Wichtig sei, nunmehr alle Besucher der Kappensitzung im Ortsteil Langbroich-Harzelt am 15. Februar zu erfassen. Diese sowie deren Partner und gegebenenfalls Kinder und andere Mitbewohner müssten für 14 Tage in häuslicher Quarantäne verbleiben, hieß es Mittwochabend.

Die Besucher der Kappensitzung würden gebeten, sich umgehend per E-Mail unter <infektionsschutz@kreis-heinsberg.de> mit folgenden Daten zu melden: Name, Adresse, Rufnummern, Geburtsdatum und Hausarzt. Ab Donnerstag, 27. Februar, soll unter www.kreis-heinsberg.de ein Meldeformular zur Verfügung stehen. Es werde dringend darum gebeten, nicht die Notrufnummern zu blockieren oder selbstständig Arztpraxen oder Krankenhäuser aufzusuchen.

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