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Nordrhein-Westfalen Ostern: Nicht zu beliebten Ausflugsorten fahren

Ein Hinweisschild am Naturerkundungspfad

(Foto: ---/Nationalpark Eifel /dpa/Archivbild)

Sperrungen, Regelungen, Warnungen - beliebte touristische Ziele in NRW wappnen sich für den Ansturm von Tagesausflüglern - auch wenn die gar nicht erst kommen sollten.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Wanderwege als Einbahnstraßen, Parkplatzsperrungen, Bußgeldwarnungen: Ausflugsziele in NRW sind auf einen Andrang von Oster-Touristen vorbereitet. Gleichzeitig appellieren viele - wie schon vorher die NRW-Landesregierung - ganz auf Tagesausflüge zu verzichten. In Xanten etwa ist der Bauhof in Bereitschaft, um bei hohem Andrang bekannte Biker-Treffs notfalls abzusperren.

Außerdem kündigte Bürgermeister Thomas Goertz (CDU) an, bei unbelehrbaren Gruppen mit Bußgeldern durchzugreifen. Die Biker sollten zuhause fahren: "Was ist dagegen einzuwenden, wenn ein Oberhausener in Oberhausen fährt", sagte er.

Viele Menschen, denen vielleicht nach Home-Office und Kinderbetreuung die Decke auf den Kopf fällt, zieht es nach Beobachtung des Landesbetriebs Wald und Holz NRW bei dem schönen Wetter in die Natur. "Bitte nicht die üblichen bekannten Wanderhotspots anfahren: Ausflugslokale und andere Attraktionen sind ohnehin geschlossen. Bitte neue, wenig frequentierte Gebiete besuchen", appellierte der Landesbetrieb jetzt vor dem langen Osterwochenende.

Der Nationalpark Eifel riet Tagesausflüglern davon ab, in das Großschutzgebiet südlich von Aachen zu kommen. Nach dem zuletzt großen Andrang gilt dort schon an einem beliebten Wanderweg eine Einbahn-Wanderweg-Regelung. Damit das direkt ins Auge fällt, ließ die Nationalpark-Verwaltung Einbahnstraßen-Schilder aufstellen, wie Park-Sprecher Michael Lammertz sagte. Das komplette Ranger-Team werde Ostern vor allem an den Besucher-Hotspots im Einsatz sein, damit die Corona-Regeln eingehalten werden - unterstützt von Kräften des Ordnungsamts Schleiden.

Am Möhnesee im Sauerland sind mittlerweile viele touristische Magnete gesperrt, darunter die Staumauer und der Möhnesee-Turm. Auch ausgesuchte Parkplätze sind zu, wie die Leiterin der Möhnesee-Touristik Alexandra Teicher mitteilte: "Es ist unfassbar, wie viele Leute aus dem Ruhrgebiet kommen." Kolonnen von Autos und Motorradfahrern seien am letzten Wochenende unterwegs gewesen. Im benachbarten Warstein ist der Skywalk nicht mehr zu begehen.

Niederländische Behörden unterbinden über Ostern den Tagestourismus ins reizvolle "Heuvelland" bei Aachen, wie die Stadt Aachen mitteilte. In dem "Hügelland" mit den schönen Aussichten und netten Kneipen sind auch deutsche Wanderer, Radfahrer und Autofahrer sehr gerne unterwegs. Die Provinz Süd-Limburg ziehe mit der Sperrung für Tagestouristen Konsequenzen aus dem vergangenen Wochenende: Sie wolle damit verhindern, dass große Menschengruppen zusammenkommen. Die Maßnahme gelte vorerst bis Mittwoch nach Ostern.

Die Bundespolizei will über Ostern wegen eines erwarteten höheren Reiseaufkommens ihre Grenzüberwachung in NRW verstärken. Bei der Einreise aus Belgien und den Niederlanden nach Deutschland sollen unter anderem potenziell erkrankte Menschen identifiziert werden.

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