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Nordrhein-Westfalen Prozess um verdurstetes Kind: Mutter räumt Schuld ein

Die Statue der Justitia mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Archiv

(Foto: Arne Dedert/dpa/Archiv)

Ein zweijähriges Kind ist im April 2019 in Grevenbroich gestorben. Seine Mutter soll einen Heizlüfter vor das Kinderbett gestellt und es tagelang nicht versorgt haben. Im Prozess könnte sie nun aussagen.

Mönchengladbach (dpa/lnw) - Gut ein Jahr nach dem qualvollen Tod eines Zweijährigen in einer Grevenbroicher Wohnung hat die angeklagte Mutter im Prozess ihre Schuld eingeräumt. Die 28-Jährige sei krankheitsbedingt überfordert gewesen, heißt es in einer Erklärung, die ihr Verteidiger am Donnerstag im Landgericht Mönchengladbach verlas. Daher habe die Frau fast zwei Tage lang nicht ihr Kind versorgt, so dass der Junge verdurstete. Die Frau war eigenen Angaben nach an Krebs erkrankt. Sie gab zu, dass sie ihren mütterlichen Pflichten nicht nachgekommen sei, habe aber "nie gedacht, dass das Kind sterben könnte".

Der zweijährige Junge war im April 2019 in dem Kinderzimmer gestorben. Die Mutter soll ihn in sein Bettchen gelegt und einen Heizlüfter darauf gerichtet haben. Erst am übernächsten Tag soll sie wieder nach ihrem Sohn geschaut haben. Die Angeklagte könne sich ihre eigene Untätigkeit nicht mehr erklären, heißt es in der Erklärung. Sie ist wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt.

Die von der Mutter alarmierten Rettungskräfte konnten nur noch den Tod des Kindes feststellen. Eine Rettungssanitäterin sagte als Zeugin am Donnerstag, dass die Wohnung verwahrlost gewirkt und das Kind auf Reanimierungsversuche nicht mehr reagiert habe. Laut Rechtsmedizin starb der Junge aufgrund von Flüssigkeitsmangel in Verbindung mit erheblicher Hitzeeinwirkung.

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