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Nordrhein-Westfalen Sauerlandlinie A45 bleibt weitere Monate voll gesperrt

Auf einem Polizeifahrzeug leuchtet die Aufschrift

(Foto: David Young/dpa/Symbolbild)

Der Alptraum für die Anwohner in und um Lüdenscheid hält an. Die Autobahn A45 muss weitere Monate voll gesperrt bleiben. Bevor wieder Autos auf die Sauerlandlinie dürfen, muss eine kaputte Brücke notdürftig verstärkt werden - und das dauert.

Lüdenscheid (dpa/lnw) - Die Autobahn 45 zwischen dem östlichen Ruhrgebiet und Frankfurt muss bei Lüdenscheid für weitere drei bis vier Monate wegen eines Brückenschadens voll gesperrt bleiben. Für die Freigabe zumindest des Pkw-Verkehrs muss bis dahin eine Not-Verstärkung eingebaut werden, wie die zuständige Autobahn GmbH des Bundes am Mittwoch mitteilte.

Parallel zu den Arbeiten an der Talbrücke Rahmede soll eine Schrankenanlage auf der sogenannten Sauerlandlinie aufgebaut werden, um den Schwerlastverkehr zukünftig an der Überfahrt der Brücke zu hindern. Vergleichbare Anlagen gibt es im Rheinland. Derzeit wird auch eine Schrankenanlage auf der A43 zwischen Herne und Recklinghausen installiert.

Bei einer Kontrolle im Zuge der Neubauplanung für die Brücke zwischen Lüdenscheid und Lüdenscheid-Nord war der Schaden in der vergangenen Woche am Mittwoch entdeckt worden. Dabei stellten die Experten Verformungen in einem Stahlträger fest. Am Donnerstag wurde der Verkehr sofort gestoppt. Bei weiteren Untersuchungen fanden die Ingenieure weitere Schäden.

Über die weitere Planung will die zuständige Autobahn GmbH des Bundes am Donnerstagmittag bei einer Pressekonferenz informieren. Im Verkehrsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages hatte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin der Niederlassung Westfalen, den Abgeordneten am Mittwoch Auskunft zu dem Schaden gegeben. Dabei schilderte ein Experte, dass bei einem der entdeckten Schäden die Verformung zwischen 12 bis 17 Millimeter liegt - und damit dreifach höher als die zulässige Verformung von 5 Millimetern. Durch den Schaden wird eine Schweißnaht massiv belastet.

Der Ingenieur sprach von einem "labilen Gleichgewichtszustand". Und der Schaden würde sich nicht langsam weiter vergrößern, sondern es würde zu einem schlagartigen Versagen kommen. "Es knallt und dann ist das unten", sagte der Experte im Landtag. Vorhersehbar sei solch ein plötzliches Versagen nicht.

Die A45 ist eine wichtige Achse vom Ruhrgebiet in den Süden Deutschlands in Richtung Frankfurt. Seit Jahren werden auf der Strecke Brücken saniert oder neu gebaut. Die neue Sperrung reiht sich in eine lange Reihe von Problemfällen in NRW ein. Mehrere Rheinbrücken sind baufällig. Hier wird der Verkehr reduziert und der Schwerlastverkehr zum Teil mit Sperren abgeleitet.

Die Vollsperrung bei Lüdenscheid hat auf den Umleitungsstrecken für zum Teil chaotische Zustände gesorgt. Anwohner klagen über die große Belastung. Bundesweit wird der Verkehr bereits ab Frankfurt in Richtung Köln und Kassel umgeleitet. Auf der A1 (Köln-Bremen) greifen die Umleitungen ab dem Westhofener Kreuz bei Dortmund.

"Wir tun alles, um den Pkw-Verkehr wieder auf die Brücke zu bekommen und damit zumindest eine geringe Entlastung für die Region zu schaffen", so Sauerwein-Braksiek laut Mitteilung.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag, Carsten Löcker, forderte das Verkehrsministerium auf, sich für den schnellen Neubau der Brücke einzusetzen. "Landesverkehrsministerium, Autobahn GmbH und der Landesbetrieb Straßen NRW müssen die Herausforderung gemeinsam angehen. Der Landesbetrieb wird für viele Arbeiten rund um den eigentlichen Neubau zuständig sein. Nun gilt es, keine Zeit zu verlieren und den Schaden durch die Sperrung so gering wie möglich zu halten", sagte Löcker laut Mitteilung.

© dpa-infocom, dpa:211208-99-305977/4

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