Regionalnachrichten

Nordrhein-Westfalen Steinewerfer zu vier Jahren Haft verurteilt

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild

(Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild)

Aachen (dpa/lnw) - Ein Mann ist am Freitag vom Landgericht Aachen zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er aus seinem Auto heraus Steine auf Fahrzeuge etwa von RWE Power geworfen hatte. Der 54-Jährige wollte damit gegen den Braunkohletagebau protestieren. Eine Tötungsabsicht sah das Gericht nicht.

Der Mann wurde unter anderem des vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung für schuldig befunden. Sein Auto und seine Fahrerlaubnis seien ihm entzogen worden, sagte ein Gerichtssprecher.

Als Motiv sah das Gericht "eine innere Protesthaltung gegen den Tagebau Garzweiler". In einem kuriosen Gegensatz dazu steht, dass der Mann Besitzer von RWE-Aktien war. Der breiten friedlichen Protestbewegung gegen den Tagebau schloss er sich nicht an. Sein Ziel sei gewesen, Unsicherheit bei Firmen zu verursachen, die am Tagebau beteiligt waren.

Der Mann hatte zwischen Frühjahr 2018 und Frühjahr 2020 überwiegend Kieselsteine im Gewicht von etwa 100 Gramm aus seinem fahrenden Auto auf andere fahrende Autos geworfen. Dies geschah auf Landstraßen, einmal auch in einer Autobahnbaustelle. In neun Fällen kam es zu Sachschäden.

Newsticker