Regionalnachrichten

Nordrhein-Westfalen Stilles Gedenken an Solinger Brandopfer von 1993

dpa_Regio_Dummy_NordrheinWestfalen.png

Auch das jährliche Gedenken an den Brandanschlag von Solingen ist von der Corona-Pandemie betroffen. Verzichtet werden soll darauf zwar nicht, aber das Gedenken fällt still aus. Und eine wichtige Person fehlt.

Solingen (dpa/lnw) - Das Gedenken an die Opfer des rechtsextremen Brandanschlags von Solingen fällt in diesem Jahr still aus. Grund dafür sei die Corona-Pandemie, teilte die Stadt Solingen mit. Zu dem Gedenken wollen sich am Abend Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), Mitglieder der Genç-Familie und christliche und muslimische Vertreter am Mahnmal an einer Solinger Schule versammeln. Interessierte Bürger müssen Mund-Nasen-Schutz tragen und die Abstandsregeln einhalten.

"Ein Virus hat uns die Regie aus der Hand genommen", sagte Kurzbach. Ein körperliches Zusammenrücken sei 27 Jahre nach dem Anschlag nicht möglich. "Allerdings kann und darf es für mich auch in diesen schwierigen Zeiten kein Aussetzen oder Verschieben des Gedenkens geben", stellte der SPD-Politiker klar.

Die 77 Jahre alte Mevlüde Genç, die bei dem Anschlag fünf Familienmitglieder verloren hatte, werde diesmal nicht anwesend sein, weil sie zur Corona-Risikogruppe gehöre, sagte ein Sprecher der Stadt.

In der Nacht des 29. Mai 1993 hatten vier rechtsradikale Männer das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Solingen angezündet. Mevlüde Genç verlor dabei zwei Töchter, zwei Enkelinnen und eine Nichte. Schon kurz nach dem Attentat hatte sie zur Versöhnung aufgerufen. Die NRW-Landesregierung stiftete ihr zu Ehren eine Mevlüde-Genç-Medaille.

Newsticker