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Nordrhein-Westfalen Tödlicher Streit in Altstadt: Junger Mann stellt sich

Ein Blaulicht der Polizei leuchtet auf. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild)

Überraschende Wende im Fall um einen tödlichen Streit in der Düsseldorfer Altstadt. Ein zunächst Tatverdächtiger hat sich knapp eine Woche nach dem Vorfall gestellt - und ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der junge Mann soll in Notwehr gehandelt haben.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nach einem tödlichen Streit in der Düsseldorfer Altstadt hat sich ein zunächst Tatverdächtiger der Polizei gestellt. Er wurde nach seiner Vernehmung allerdings wieder entlassen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilten. Der junge Mann hatte nach dpa-Informationen ausgesagt, vom späteren Opfer angegriffen worden zu sein - und sich gewehrt zu haben. Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet.

Vor knapp einer Woche war ein junger Mann (19) aus Bottrop am Düsseldorfer Burgplatz durch eine abgebrochenen Flasche schwer verletzt worden. Er starb in der Klinik. Laut Obduktion hatte die Flasche sein Herz verletzt, woraufhin der 19-Jährige verblutete. Wie es am Freitag aus Ermittlerkreisen hieß, ist die Aussage des jungen Mannes, der sich stellte, stimmig. Er wurde daher nicht festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft hielt sich am Freitag mit offiziellen Aussagen zurück. Details "zum Verlauf der Auseinandersetzung" wolle man aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben, hieß es in einer Mitteilung. "Da ein dringender Tatverdacht nach dem Ergebnis der Ermittlungen zum jetzigen Zeitpunkt nicht begründet werden kann, wurde der Mann nach Abschluss der Vernehmung und erkennungsdienstlicher Behandlung entlassen."

Zum Alter des Mannes machten die Behörden keine Angaben. Laut "Bild"-Zeitung ist er wie das Opfer 19 Jahre alt. Nach dpa-Informationen hatten die Ermittler eine gute Beschreibung des jungen Mannes, der in der Nacht zum vergangenen Samstag unter anderem durch seine Kleidung aufgefallen war. Es soll bereits konkrete Spuren zu ihm gegeben haben.

Das spätere Todesopfer war aus Bottrop im Ruhrgebiet zum Feiern in die Düsseldorfer Altstadt gekommen. Der 19-Jährige hinterlässt eine hochschwangere Verlobte. Die Entbindung sei in einem Monat geplant, sagte der Anwalt der Familie des Opfers, Hans Reinhardt, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Düsseldorfer Polizei hatte - bevor der junge Mann sich stellte - die Beamten im Altstadt-Einsatz noch einmal sensibilisiert: Man werde potenzielle Randalierer noch genauer unter die Lupe nehmen, sagte ein Sprecher am Freitag. Sollte sich jemand gegenüber den Polizisten aggressiv verhalten, werde man auch ihn in Gewahrsam nehmen.

Gewalt und Randale ist seit Monaten ein Problem in der Düsseldorfer Altstadt, die wegen ihrer vielen Kneipen auch "längste Theke der Welt" genannt wird. Die Stadtverwaltung hatte zwei Tage vor dem tödlichen Vorfall eine neue Sicherheitsoffensive angekündigt.

© dpa-infocom, dpa:211022-99-699170/4

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