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Nordrhein-Westfalen Ungesicherte Patientenakten in Büren: Polizei ermittelt

Ein Polizeiwagen mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild

(Foto: Carsten Rehder/dpa/Archivbild)

2010 schließt eine Klinik in Büren. Zehn Jahre später macht ein Youtuber öffentlich, dass dort noch in großen Mengen Patientenakten liegen - offenbar ungesichert. Das wirbelt Staub auf.

Büren (dpa/lnw) - Ein Youtube-Video über offenbar unzureichend gesicherte Patientenakten in einer verlassenen Klinik in Büren hat für viel Wirbel gesorgt. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. Die Stadt nahe Paderborn zeigte sich empört. Auslöser in dem Fall ist ein am vergangenen Freitag auf dem Youtube-Kanal "ItsMarvin" veröffentlichtes Video. Darin ist zu sehen, wie der Youtuber das schon seit zehn Jahren verlassene Krankenhaus durch eine unverschlossene Gebäudetür betritt und sein Begleiter dort frei in Patientenakten blättern kann.

Bürens Bürgermeister Burkhard Schwuchow kritisierte es als "in keinster Weise akzeptabel", dass schützenswerte Personendaten aus Patientenakten des ehemaligen St. Nikolaus-Hospitals nicht vor einem unbefugten Zugriff gesichert gewesen seien. Dass dort "sensible Akten weder sachgerecht noch datenschutzkonform aufbewahrt wurden, war der Stadt Büren nicht bekannt", erklärte der CDU-Politiker. Auf der Homepage der Stadt heißt es weiter, die Klinik sei in kirchlicher, danach bis zur Schließung 2010 in privater Trägerschaft der Marseille Kliniken AG gewesen.

Obwohl die Stadt für eine ordnungsgemäße Abwicklung des Klinikbetriebs nach der Schließung nicht verantwortlich sei, habe man die Räume und die Eingangstür baulich nun so sichern lassen, dass kein Zutritt mehr möglich sei, sagte eine Sprecherin. Die Verantwortung liege bei der Eigentümerin der geschlossenen Klinik.

Ein Sprecher der MK-Kliniken sagte auf dpa-Anfrage, verantwortlich sei der Insolvenzverwalter. Eine Tochter der MK-Kliniken sei damals Krankenhausbetreiberin in Büren gewesen. Nach deren Insolvenz habe der beauftragte Bielefelder Insolvenzverwalter die Aufgabe erhalten, in der Klinik Inventar auszubauen und zu verkaufen. "Auch die Krankenakten gehören zum Inventar der insolventen Betreibergesellschaft. Für deren ordnungsgemäße Entsorgung und Lagerung ist der Insolvenzverwalter verantwortlich", unterstrich der Sprecher. Dieser sei aufgefordert worden, dafür nun auch Sorge zu tragen.

Die Polizei hatte in dem Fall eine Strafanzeige wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch aufgenommen, sagte ein Polizeisprecher. Es werde aber auch geprüft, ob weitere strafrechtlich relevante Sachverhalte vorliegen könnten. Details nannte der Sprecher nicht - auch nicht, gegen wen sich die Ermittlungen richteten.

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