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Nordrhein-Westfalen Vater braucht Geld für Spezialnahrung: Haft wegen Raub

Die modellhafte Nachbildung der Justitia steht neben einem Holzhammer und einem Aktenstapel. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

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Düsseldorf (dpa/lnw) - Weil er teure Ziegenmilch für seine allergiekranke kleine Tochter brauchte, hat ein Mann eine Spielhalle überfallen und dafür eine Haftstrafe bekommen. Wegen besonders schweren Raubes verurteilte das Landgericht Düsseldorf am Dienstag den reuigen, dreifachen Vater zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Die Richter hielten dem 29-Jährigen zugute, dass er den Raub aus Geldnot und Sorge um seine Familie begangen hatte. Dabei erbeutete er im März 2018 fast tausend Euro.

Der Lackierer berichtete, als die neugeborene Tochter wegen einer Kuhmilch-Intoleranz nur teure Ziegenmilch zu sich nehmen konnte, hätten sie vor der Pleite gestanden. "Das waren jeden Monat nur 400 Euro für die Milch", sagte er. Die Krankenkasse habe die Mehrkosten erst übernommen, als der Kinderarzt sich einschaltete.

Das Gericht erklärte, es wolle erreichen, dass der 29-Jährige die Strafe im offenen Vollzug verbüßen kann. Der Angeklagte habe einen guten Eindruck gemacht, sagte der Richter. "Wir möchten auf alle Fälle verhindern, dass sie ihre Arbeit verlieren."

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