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Nordrhein-Westfalen Viele Apotheker stehen für Corona-Impfungen bereit

Eine Spritze liegt auf einem Impfpass. Foto: Friso Gentsch/dpa/Illustration

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Illustration)

Die Nachfrage nach Corona-Impfungen ist kräftig gestiegen. Bei sehr vielen Menschen stehen jetzt die Auffrischungsimpfungen an. Auch etliche Apotheker sind bereit, zu impfen. Ausgangspunkt sind dabei die Modellprojekte für Grippeschutzimpfungen durch Apotheker.

Köln/Münster (dpa/lnw) - Hunderte Apotheken in Nordrhein-Westfalen könnten nach Verbandsangaben bei einer Ausnahmegenehmigung zusätzlich zu den Ärzten ebenfalls gegen Corona impfen. "Es zählt jede derzeit verfügbare zusätzliche Impfstelle", erklärte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe, Thomas Rochell, am Dienstag. Denn angesichts neuer Virusvarianten und der Lage in den Krankenhäusern müssten möglichst viele Menschen möglichst schnell geimpft werden.

Mehr als 200 Apotheken in Westfalen-Lippe wären in der Lage, zeitnah Corona-Auffrischungsimpfungen vorzunehmen. Rund 320 Apothekerinnen und Apotheker in der Region hätten im Rahmen des Modellprojektes Grippeimpfungen bereits die notwendigen Schulungen absolviert und seien daher in der Lage, Spritzen zu setzen. Was die Impfstoffe angehe, seien Apotheker bereits Experten: Monatelang hätten viele von ihnen in den Impfzentren die Stoffe für die Ärzte aufbereitet.

"Im Rheinland gibt es 500 Apotheken mit über 1000 geschulten Apothekerinnen und Apothekern, die schon impfberechtigt sind", sagte der Vorsitzende des Apothekerverbandes Nordrhein, Thomas Preis, mit Verweis auf ein Modellprojekt zur Grippeschutzimpfung in den Apotheken. Viele von ihnen hätten bereits vor Wochen in einer Umfrage des Verbandes ihre Bereitschaft zu Corona-Impfungen signalisiert. "Die Bereitschaft ist hoch", unterstrich er. Das Netz der Apotheken sei im Rheinland ohnehin das dichteste in der Bundesrepublik.

Preis geht davon aus, dass der Bund nach einem einstimmigen Votum der Gesundheitsminister rasch die Rahmenbedingungen schafft. "Wir rechnen damit, dass spätestens in der nächsten Woche die nötigen Beschlüsse da sind." Die Apotheker erwarteten ähnliche Regelungen wie bei den Bürgertests: Auch Corona-Impfungen sollten außerhalb der eigentlichen Räumlichkeiten möglich sein. "Das ist in den allermeisten Fällen nicht in den Apothekenräumen möglich, weil die Hauptaufgabe - die Versorgung mit Arzneimitteln - nicht vernachlässigt werden darf."

Es gehe darum, den hohen Bedarf gerade an Auffrischungsimpfungen zu decken und nicht um eine Konkurrenz zu den Ärzten. "Die Belieferung mit Corona-Impfstoffen muss weiter prioritär an die Ärzte und mobile Impfteams erfolgen", betonte er. Apotheken würden nur impfen können, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe. "Wir wollen keine Konkurrenz um die Impfstoffe." Klar sei nach den Ankündigungen des Bundes zu den Lieferungen auch, dass generell in der laufenden und auch den kommenden Wochen überwiegend der Impfstoff von Moderna bereitgestellt werde. "Wir müssen jetzt verstärkt Moderna impfen."

Zur Beschleunigung der Corona-Impfungen sollen aus der Sicht der Gesundheitsminister der Länder künftig auch Apotheken und Zahnärzte mit einbezogen werden. Sie baten am Montag den Bund, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Laut einem einstimmigen Beschluss der Länder könnte dies über eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden - etwa ergänzend zu Regelungen, nach denen Apotheken in Modellprojekten Grippeimpfungen machen können. In NRW hatte auch Familienminister Joachim Stamp (FDP) dafür plädiert, weitere Berufsgruppen in die Corona-Impfkampagne einzubeziehen.

© dpa-infocom, dpa:211130-99-199657/3

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