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Rheinland-Pfalz & Saarland Bundeswehr baut Behelfsbrücke im Weinort Rech

Einsatzkräfte der Bundeswehr bauen eine Behelfsbrücke über die Ahr im Weinort Rech im Landkreis Ahrweiler. Foto: Ira Schaible/dpa

(Foto: Ira Schaible/dpa)

Rech (dpa/lrs) - Im von der Hochwasserkatastrophe schwer getroffenen Weinort Rech baut die Bundeswehr eine erste Behelfsbrücke über die Ahr. Seit dem verheerenden Unwetter habe der südliche Hauptteil des bei Touristen beliebten Dorfs mit seinen rund 590 Einwohnern nur noch über Boote und aus der Luft versorgt werden können, berichtete Generalleutnant Martin Schelleis am Dienstag in Rech.

"Der Südteil war nicht mehr erreichbar", ergänzte Kompaniechef Lukas Schöps. Die sogenannte Panzerschnellbrücke solle von Mittwochmittag an für Autos befahrbar sein. Da sie nur etwa 20 Meter lang und damit etwas schmaler als die Ahr sei, müsse das Flussufer mit Hilfe eines Panzers und Baggern vorbereitet und etwas verlängert werden.

In dem südlichen Ortsteil halten sich nach den Worten von Ortsbürgermeister Dominik Gieler rund 400 Bewohner und Einsatzhelfer auf. Acht Häuser in dem Weinort seien ganz weggebrochen und neun weitere seien einsturzgefährdet. Zahlreiche Weinreben wurden vernichtet. "Die Stimmung ist schon sehr angespannt", sagte Gieler. "Die Leute helfen sich gegenseitig. Der Schock sitzt tief und man versucht, das Beste daraus zu machen."

Die ersten Helfer seien am Freitag eingetroffen, zwei Tage nach dem Unwetter. "Die Lage ist immer noch absolut chaotisch", kritisierte der Bürgermeister. Die Koordination zwischen Technischem Hilfswerk, Bundeswehr und den vielen Helfern "läuft überhaupt nicht". Die Leute müssten besser zusammengeführt werden und es brauche in jedem Ort einen Ansprechpartner.

Vieles sei der Selbstorganisation überlassen und man wisse nicht, was in dem Tal passiere, wenn nach den sommerlichen Tagen das Wetter umschlage, "ob dann Abwasser von oben kommt". Es fehle an Strom, Wasser und warmen Essen. "Die Leute können immer noch nicht warm duschen."

"Es gibt super Hilfe von Seelsorgern aus dem ganzen Bundesgebiet", sagte Gieler. Es kämen auch viele Helfer und packten beim Aufräumen und Entschlammen an. Einige Traktorfahrer aus Wiesbaden etwa seien am Sonntag sechs Stunden lang gefahren, um nach Rech zu kommen, hätten die ganze Nacht gearbeitet und seien dann wieder nach Hause gefahren. "Das ist eine Hilfsbereitschaft, die ihresgleichen sucht."

© dpa-infocom, dpa:210720-99-452079/2

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