Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & Saarland Ebling setzt auf "Mainzgefühl": Herausforderer hat Chancen

Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz, lächelt in die Kamera. Foto: Alexander Heimann/Stadt Mainz/dpa

(Foto: Alexander Heimann/Stadt Mainz/dpa)

Fünf Kandidaten stellen sich mehr als 162 000 Mainzern zur Wahl. Die größten Chancen haben Amtsinhaber Michael Ebling, die grüne Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner und der Parteilose Nino Haase.

Mainz (dpa/lrs) - Soll die Landeshauptstadt Mainz erstmals von einer Frau geführt werden, von einem Parteilosen oder weiter vom bisherigen Amtsinhaber? Tabea Rößner (Grüne), Nino Haase und Michael Ebling (SPD) werden bei der OB-Wahl am nächsten Sonntag (27. Oktober) die größten Chancen eingeräumt. Neben diesen drei kandidieren noch Martin Malcherek von der Linken und Martin Ehrhardt von der Satirepartei Die Partei. Die mehr als 162 000 Mainzer werden ein zweites Mal am 10. November wählen müssen, wenn kein Kandidat auf Anhieb die absolute Mehrheit erreicht.

"In einer Oberbürgermeisterwahl antworten die Bürgerinnen und Bürger auch auf die Frage: Von wem möchte ich mich repräsentiert sehen?", sagt Ebling im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Deswegen ist die Wahlentscheidung auch ein Stück weit von der Parteipräferenz entkoppelt." Der Oberbürgermeister sei immer auch erster Bürger der Stadt. "Er bietet die Möglichkeit zur Identifikation mit der Stadt."

Auf den Plakaten des Amtsinhabers sieht man denn auch nicht die drei Buchstaben der SPD, sondern nur die Initialen Eblings, in Kleinbuchstaben: "me". Auch die CDU kommt nicht auf den Plakaten vor. Sie unterstützt aber den parteilosen Chemiker Nino Haase. Ein Mitgliederparteitag im Februar nominierte ihn mit rund 93 Prozent der Stimmen. Haase war Sprecher der Bürgerinitiative Gutenberg-Museum, die sich gegen den Bibelturm als Neubau für das Museum stark gemacht hatte. Der ehemalige Rugby-Spieler ist im hessischen Obertshausen aufgewachsen und hat vor rund zehn Jahren in der TV-Show "Schlag den Raab" drei Millionen Euro gewonnen.

Ihre grünen Parteifarben zeigt die Bundestagsabgeordnete Rößner. "Es ist Zeit, dass nach 70 Jahren SPD an der Stadtspitze endlich frischer Wind durchs Rathaus weht", sagte sie bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur im Juni.

Der Wahlkampf sei deutlich intensiver als bei der letzten OB-Wahl im März 2012, heißt es in der SPD. Damals erhielt Ebling im ersten Wahlgang 40,5 Prozent der Stimmen, in der Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Günter Beck dann 58,2 Prozent. Beck ist jetzt als Bürgermeister im Stadtvorstand für Finanzen und Sport zuständig; zweite Grüne an der Verwaltungsspitze ist die Umweltdezernentin Katrin Eder.

In einem Leserforum der Mediengruppe VRM setzt Ebling auf seine Mainzer Herkunft. Sein Ansporn sei es, "nie den Bezug zu den Menschen und zum Mainzgefühl, das so einzigartig ist, zu verlieren". Haase hält dem Amtsinhaber vor, "wie immer sehr gefällig und sehr nett" zu klingen. Er moniert, dass Mainz in etlichen Fragen wie der Verkehrspolitik "viel zu schläfrig" sei und endlich neue Anstöße von außen brauche.

Rößner setzt auf den Klimaschutz, ist deswegen auch gegen die Erschließung neuer Wohnviertel in Schneisen, die jetzt noch die Stadt mit frischer Luft versorgten. Lieber sollte geprüft werden, wo in Mainz noch in die Höhe gebaut werden könne. Dem in dieser Frage skeptischen Ebling sagt sie: "Michael, ich kann dir versichern, Mainz wird nicht zu Mainzhattan."

OB-Wahl in Mainz

Newsticker